Die Heilige Gertrud von Helfta (1256-1302)

Biographische Notizen
Gertrud stammte aus einem thüringischen Adelsgeschlecht und wurde fünfjährig in die Obhut der Zisterzienserinnen von Helfta gegeben. Ihre bemerkenswerte geistige Begabung erfuhr im Kloster umfassende Förderung durch eine wissenschaftliche und geistliche Ausbildung auf hohem Niveau.
Nach einer Christusvision im Januar 1281 nahmen ihre Studien eine Wende zur ausschließlichen Beschäftigung mit der Bibel und den Kirchenvätern.
Die Kontinuität der langen Amtszeit ihrer Äbtissin Gertrud v. Hackeborn (1251-1291) und das Zusammenwirken Gertruds, 
ihrer Lehrerin Mechthild v. Hackeborn sowie der in Helfta eingetretenen Begine Mechthild von Magdeburg machten das Kloster zu einem weit bekannten Zentrum der mittelalterlichen deutschen Frauenmystik. Die Klosterfrauen in Helfta waren in die zisterziensische Bewegung eingebunden und lebten nach der Regel des hl. Benedikt. Im Hören auf das Wort der Schrift und in der Feier der Liturgie machte Gertrud intensive geistliche Erfahrungen, die in den Schriften Legatus divinae pietatis („Gesandter der göttlichen Liebe“) und Exercitia spiritualia („Geistliche Übungen“) überliefert sind. Die Liebe Gottes zu den Menschen, von der sie selbst erfüllt war, sah sie verdeutlicht im Symbol des Herzens Jesu. Das Zeugnis ihrer innigen Verbindung mit dem Erlöser ist bis heute vielen Christen Orientierung und Hilfe für den eigenen Glaubensweg. Nach einer wechselvollen Geschichte wurde das Kloster in Helfta in der Folge der Reformation aufgehoben und seine Gebäude lange Zeit für wirtschafliche Zwecke genutzt. Seit 1998 hat eine Gemeinschaft von Zisterzienserinnen das klösterliche Leben in Helfta neu aufgenommen.
    
   Buchempfehlungen          Gesänge zum Fest          Kloster Helfta heute