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dem Auferstandenen
selbst begegnen.
Eine dieser
GlaubenszeugInnen ist jene von Celsus als „halb verrücktes Weib“
geschmähte Dame mit Namen Maria Magdalena. Zu ihrer Lebensgeschichte
vermerkt das Neue Testament nur die knappe Notiz, Jesus habe sieben Dämonen
aus ihr ausgetrieben (Lk 8,2), woraus wir wohl entnehmen können, daß sie
von etwas „besessen“ gewesen war und daß Jesus sie von ihren Zwängen
befreit hat. Sie wird hernach eine seiner treuesten Anhängerinnen und
begleitet ihn bis zu seinem Tod.
Schließlich finden wir Maria Magdalena in einer kurzen Szene wieder, die
sich am Ostermorgen beim leeren Grab abspielt. Der Evangelist Johannes
beschreibt sie im 20. Kapitel seines Evangeliums. Maria sucht den toten
Jesus im Grab. Doch dieser tritt ihr – zunächst unerkannt – als
Auferstandener entgegen. Erst als Jesus sie beim Namen nennt, erkennt sie
ihn. Den bibelkundigen Lesern werden manche Wendungen dieser Geschichte
bekannt vorkommen. Denn der Evangelist hat seine Formulierungen einem
alttestamentlichen Buch entlehnt, einem Buch, das ganz und gar aus
Liebesliedern besteht, dem Hohenlied. Aus der Erzählung klingt hintergründig
die Stimme der Braut, die ihren Geliebten sucht (vgl. Hld 3,1-4).
So ist es einmal mehr die Sprache der Liebe, ja der Leidenschaft, die uns
den Glauben lehrt. Es braucht ein liebendes Herz und Augen der Sehnsucht,
die tiefer blicken als es die leiblichen Augen vermögen, um den
Auferstandenen Jesus zu erkennen. Der französische Schriftsteller Antoine
de Saint–Exupéry hat diese Wahrheit in den einprägsamen Satz gefaßt:
„Man sieht nur mit dem Herzen gut.“
Und noch etwas macht die kleine Ostergeschichte deutlich: Als Maria
Magdalena Jesus erkannt hat, möchte sie ihn, einem spontanen Impuls
folgend, festhalten. Doch die Begegnung mit dem Auferstandenen läßt sich
nicht fixieren. „Halte mich nicht fest“, gebietet ihr Jesus. Nur ein
kurzer Moment innigen Erkennens und Erkanntwerdens wird der suchenden Frau
gewährt. Doch er genügt, sie zur Glaubenden zu machen und zur
Glaubensbotin für andere.
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