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Literaturhinweis
"Was er euch sagt, das tut! "
(Joh 2,5)
Gottesmutter "Hodegetria" (Wegführerin), byzantinisch, Ende 14. Jh.

Wasser wird in Wein verwandelt, aus Mangel wird Überfluß, die peinliche Situation löst sich in festliche Freude auf: Nach dem Johannesevangelium wirkt Jesus das erste Zeichen seiner Herrlichkeit auf einer Hochzeit.
Den Brautleuten geht der Wein aus – Was sollen wir nur machen?, flüstern die Tischdiener betreten miteinander. Da hören sie von einer Frau unter den Gästen: „Was er, Jesus, euch sagt, das tut!“ Diese Frau ist seine Mutter, und sie hat das Vertrauen, daß ihr Sohn einen Ausweg weiß. Weil die Diener auf ihren Rat hören, kann das Fest mit dem guten Wein, den Jesus

schöpfen läßt, weitergehen.
Maria wird auf unserem Bild dargestellt als die „Wegführerin“, ein Ikonenmotiv, dessen Wurzeln bis in das 5. Jahrhundert zurückreichen. Es gilt als das Urbild aller späteren Mariendarstellungen. Im 10. Jahrhundert erscheint es in einem Kloster in Konstantinopel, wo sich die Mönche einer besonderen Aufgabe widmeten: Sie stellten sich blinden Pilgern auf dem Weg nach Jerusalem als Wegführer zur Verfügung. Dafür sahen sie in Maria ihr Vorbild und fanden in der Bitte um ihre Fürsprache bei Gott Hilfe. So wie die Mutter auf den Sohn weist als den Weg zu Gott, so wollten sie Menschen helfen, die in Jerusalem die besondere Nähe zum Herrn suchten.
Die Bibel stellt den Menschen oft dar als einen, der blind ist für Gott, der den Weg zu ihm allein nicht finden kann. (Vgl. z.B. Weish 2,21; Jes 42,19) Gott selbst tut alles, damit unsere Irrwege nicht im Abgrund enden. Er sendet seinen Sohn in die Welt. In der Synagoge seiner Heimatstadt Nazareth beschreibt Jesus seinen Auftrag mit den Worten: „Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.“ (Lk 4,18-19)
In der Taufe sind wir von göttlichem Licht erleuchtet worden (vgl. Eph 5,14). Aber die Anforderungen unseres Lebens lassen uns manche Dunkelheiten erfahren, sicher Geglaubtes wird in Frage gestellt, wir sehen „keine Sonne“ oder „keine klaren Bilder mehr“.
Das Bild der Gottesmutter in seinen klaren Formen weist uns auf den Weg zurück. Es kommt eigentlich nur auf eins an:  Auf ihn zu schauen und zu hören was er sagt – in den Texten der Bibel, durch Worte von Menschen, die es gut mit uns meinen, in Situationen, die uns herausfordern. Er ist der Herr, der mit uns geht, der uns vorangeht, damit wir den Weg zum Vater im Himmel finden.
Maria hat dies mit ihrem Leben verwirklicht. Sie ist den Weg ihres Sohnes mitgegangen bis zum Kreuz und an sein Grab. Ihr Vertrauen auf Gott hat sich am Ostermorgen erfüllt, sie durfte nach der Dunkelheit das neue Licht erfahren, Christus, die Sonne der Gerechtigkeit.
Ihr Wort ist mehr als ein guter Rat – es ist ein Lebensprogramm: Was er euch sagt, das tut!