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Das
Ekkehard-Haus Huysburg Vortrag
von P. Antonius Pfeil (Trier-Huysburg) bei der Einweihung des Tagungs- und Gästehauses
der Huysburg am 21. Januar 2007 (gekürzt) Was
ist das Ekkehard-Haus? Zunächst
ganz konkret: Das Tagungs- und Gästehaus Ekkehard-Haus Huysburg umfaßt die Gebäude
rechts und links vom großen dreibogigen Eingangstor zur Huysburg: Das
Haus hat ein eigenes Kurs-Angebot, das noch ausgebaut wird. Es steht dann natürlich
kirchlichen Gruppen zur Verfügung, an deren Programm wir auf Anfrage
mitarbeiten, und es ist offen für Beleggruppen, die ihr eigenes Programm
gestalten. Darüber hinaus können, je nach Kapazität, Einzelgäste die Zimmer
buchen. Wirtschaftlich-organisatorischer
Träger des Hauses ist die Klosterverwaltung Huysburg GmbH. Der Betrieb des
Hauses im Rahmen der GmbH ermöglicht die wirtschaftliche Unterstützung des
Tagungs- und Gästehausbereichs durch andere Geschäftszweige. Die Leitung des
Hauses liegt bei der Benediktinerabtei St. Matthias Trier-Huysburg im Auftrag
und in Zusammenarbeit mit dem Bistum Magdeburg. Zum Teil werden wir Mönche
selber die Referenten stellen, und es gibt einen kleinen Stamm von
Mitarbeitenden von außen. Was
wollen wir mit dem Ekkehard-Haus? Also
welche inhaltlichen Anliegen verbinden wir mit dem Haus – wir: das heißt die
Verantwortlichen in der Leitung hier vor Ort in Abstimmung mit den
Verantwortlichen des Bistums: Lassen
Sie mich, um das etwas näher zu erläutern, beginnen mit der Schilderung einer
ganz einfachen kleinen Episode, die man hier auf der Huysburg immer wieder
erleben kann: Natürlich
ist an dieser Szene nichts besonders Großartiges, und ich will sie auch nicht künstlich
mit Bedeutungsgewicht überfrachten. Aber vielleicht ist es doch erlaubt, in
dieser Episode etwas Exemplarisches zu sehen: Ich meine, sie kann einmal ein
Bild sein dafür, wie nicht wenige Menschen unserer Umgebung sich zu Kirche
einstellen; und sie kann zeigen, in welche Richtung unsere Antwort an sie gehen
sollte. Deshalb
ist sie wichtig für die Frage, welche Anliegen wir mit der Huysburg, mit dem
Ekkehard-Haus, verbinden. Ich komme darauf zurück. Das
Ekkehard-Haus als Teil eines Ganzen – der Huysburg Aber
zunächst noch ein anderer, grundsätzlicherer Gesichtspunkt: Wir
sehen das Ekkehard-Haus als Tagungs- und Gästehaus vor allem eingebunden in die
Gesamtheit der Huysburg. So gehen wir – wie auch in der eben angesprochenen
Szene deutlich wird – nicht einfach nur von den Gästen eines klassischen
Bildungshauses aus. Wir haben nicht nur sie im Blick. Ja, wir verstehen das
Ekkehard-Haus nicht als noch ein weiteres Bildungshaus, wie es eine Reihe
anderer schon gibt in unserem Bistum und darüber hinaus, sondern wir meinen:
das Ekkehard-Haus hat schon eine ganz eigene Prägung und wird sie immer mehr
gewinnen. Das ist jedenfalls unser Bestreben, und wir sehen dafür gute Chancen.
Diese
Chancen liegen zuerst in der Huysburg selbst, in der hier gegebenen
einzigartigen Verbindung zwischen Natur und christlicher Lebenskultur, die es möglich
macht, hier in ganz eigener Weise Erfahrungsräume zu öffnen. Die
besondere Schönheit der NATUR im Huy ist offenkundig. Der
große, zusammenhängende Wald mit seiner spezifischen Pflanzen- und Tierwelt
liegt buchstäblich unmittelbar vor der Tür und lädt ein, sich in Bewegung zu
bringen und durchzuatmen. Die Stille hat schon machen Gast und Besucher überrascht
und trotz relativer Stadtnähe den wohltuenden Eindruck vermittelt, „ganz weit
weg“ zu sein. Der
andere Pol, die CHRISTLICHE LEBENSKULTUR, wird hier in zwei Elementen erfahrbar:
Das
Ansprechende an ihr tritt immer deutlicher zu Tage. Daß die Huysburg eine der
wenigen fast vollständig erhaltenen Klosteranlagen aus dem 12. Jahrhundert ist,
verstärkt die Wirksamkeit und Fruchtbarkeit dieser Verbindung von Natur und
Architektur. Inmitten der schönen Natur haben hier Menschen seit Jahrhunderten
Bauwerke gestaltet, die schon als solche – vor allem in Gestalt des Kirchengebäudes
– daran erinnern, daß unsere Welt und unser menschliches Leben ein „Mehr“
haben, das über das Zählbare und Greifbare, das Machbare und Planbare
hinausgeht: ein Ort der Erinnerung an Gott. Das
zweite Element christlicher Lebenskultur macht das Besondere aus: Es ist das
lebendige Kloster, also der Jahrhunderte alte und bis in unsere Zeit immer
wieder neue Versuch, das Evangelium Jesu zu leben in Gestalt einer
benediktinischen Mönchsgemeinschaft. Auch die Gemeinde hier vor Ort und die
Christen, die sich hier versammeln aus unserem Bistum Magdeburg, aus unserer
Kirche und aus der Ökumene prägen diesen Ort mit. Wer
hierher kommt, hat die Chance, nicht nur Natur und Architektur zu erleben.
Sondern die Huysburg ist ein Ort der Begegnung – auch wenn sie nicht immer glückt,
ein Ort der Begegnung mit denen, die versuchen, diesem Ort ein Gesicht zu geben;
und mit anderen, die auch hierher kommen; und schließlich ein Ort der Begegnung
mit Gott. Wir
möchten diese Chancen der Huysburg fruchtbar machen für alle, die hierher
kommen, in Gruppen oder einzeln, -
als Besucher Der
Auftrag des Ekkehard-Hauses Die
oben angesprochene Episode mit den Menschen, die fragen, ob die Kirche offen
sei, und ob man auch reingehen darf, kann unseren Blick schließlich noch weiter
führen, als nur auf die Gegebenheiten und Chancen dieses Ortes. Damit können
ausdrücklich die Menschen in den Blick kommen, um die es hier geht. Zunächst
illustriert diese Szene dabei ganz einfach etwas, was unsere Umgebung und ihre
Menschen charakterisiert: viele – wir wissen: hierzulande sind es 80% – sind
nicht vertraut mit Religion und christlichem Glauben, geschweige denn damit
verbunden. Die
Frage „Ist die Kirche offen?“ kommt mir vor wie ein Beispiel, wie eine
dieser Chiffren für eine Ahnung, für ein Interesse, das sich vielleicht doch
nicht in banaler Neugier erschöpft. Jedenfalls sehe ich darin die
Herausforderung, Anknüpfungspunkte zu suchen. Gleichzeitig
veranschaulicht die kleine Episode für mich, daß es bei dieser
Herausforderung, Anknüpfungspunkte zu suchen der Einladung bedarf. Es braucht
die Ermutigung, oder noch deutlicher: die immer mal wieder ausdrückliche
Vergewisserung, daß das Fragen der Menschen willkommen ist, daß auf diesem
Gebiet auch so genannte „dumme“ Fragen gestellt werden dürfen, ohne daß
man Gefahr läuft, nicht ernst genommen zu werden, oder etwas falsch zu machen. So
haben wir in unserem Leitbild für das Ekkehard-Haus formuliert: Wir
nehmen die Herausforderung an, unsere Aufmerksamkeit den Menschen zuzuwenden,
die nicht mit dem Glauben und dem kirchlichen Leben vertraut oder verbunden
sind. Das ist unser vordringliches Anliegen. Das
bedeutet dann für den Auftrag des Ekkehard-Hauses aber auch, wie es weiter in
unserem Leitbild heißt: Aus
dieser Grundentscheidung einer – ich nenne es jetzt mal – „Option für die
nicht-christliche Mehrheit unserer Gesellschaft“ und für alle in der Kirche,
die sich auch dafür engagieren wollen, ergeben sich Ziele und Schwerpunkte der
inhaltlichen Arbeit im Ekkehard-Haus. Aus
diesen Zielen und Schwerpunkten möchten wir konkrete Konzepte entwickeln. |