Zur Person
 

Im Jahr 2009 feierten die Benediktinerinnen in Alexanderdorf ihr 75-jähriges Gründungsjubiläum und gedachten der Anfänge ihrer Gemeinschaft vor 90 Jahren als Krankenschwestern in Berlin.
Das Tochterkloster St. Scholastika in Dinklage wurde vor 60 Jahren gegründet. Diese Jubiläen nehmen wir zum Anlaß, ein Lebensbild des Mönches abzudrucken, auf dessen Ideen von „neuen Benediktinerinen“ sich beide Klöster bis heute berufen.
 
 

Sr. Loyse Morard OSB, Priorin von Ermeton (Belgien)
Dom Eugène Vandeur, der Gründer der Benediktinerinnen von Ermeton –
„Fromme Frauen oder Christinnen? – Benediktinerinnen, die vor allem benediktinisch sein werden.“
 

Dom Eugène Vandeur ist genau genommen keine hervorragende Gestalt des Mönchtums von Belgien im 20. Jahrhundert. Er ist wirklich nicht zu vergleichen mit einem Dom Columba Marmion, noch mit einem Dom Lambert Beauduin. Verbunden mit dem einen und dem andern nimmt er einen speziellen, aber bescheideneren Platz zwischen ihnen ein. Er ist nicht seliggesprochen worden und wird es wahrscheinlich auch nie werden. Er hatte nicht das Format eines spirituellen Schriftstellers wie Dom Marmion, und er war nicht der Mann ausdauernder, unermüdlicher Tätigkeit wie Dom Lambert Beauduin. Sein Glaube war glühend, sein Ideal fest begründet, seine Ideen eindringlich, aber es fehlte ihm an Realismus. Er war eher ein Mann des Herzens, begabt mit einer lebendigen Intelligenz, aber auch geprägt von einer überaus starken Empfindsamkeit, die einerseits Quelle seiner fruchtbarsten Eingebungen, aber auch andererseits seiner schwierigsten Prüfungen war. Von Dom Marmion – seinem Abt in Maredsous – schreibt er: „Ich war nicht sein Mann“; was ihn aber nicht hindert, mit Bewunderung dessen Heiligmäßigkeit und seine Lehrtätigkeit zu erwähnen. Mit Dom Lambert, seinem jüngeren Mitbruder im klösterlichen Leben, hat er die gemeinsame Leidenschaft für die Erneuerung der Liturgie geteilt. Wenn Dom Lambert in Belgien der eifrige Förderer der liturgischen Bewegung war, so war Dom Vandeur einer deren Vorläufer und Anreger, bevor er sich dem widmete, was er „sein Werk“ nannte.

Kindheit und Jugend

Victor Vandeur ist in am 21. Mai 1875 Namur geboren worden. Sein Vater hatte zugleich flämische und deutsche Wurzeln. P. Eugène, der bis zu seinem Lebensende seiner Violine treu blieb, hat immer betont, dass er sein musikalisches Gefühl den deutschen Vorfahren verdanke.

Seine Mutter schenkt ihrem Mann drei Kinder: Joseph, Victor und Marie. Alle drei werden in einer Atmosphäre inniger Frömmigkeit erzogen. Aber die Mutter stirbt an einer Krankheit, als Victor erst vier Jahre zählt. Dieser Verlust hinterlässt in ihm tiefe und unauslöschliche Spuren, in denen man die Ursache einer von immer recht schwieriger Ausgeglichenheit bestimmten Empfindsamkeit zu suchen hat. Die Erziehung der Kinder wird einer Kinderfrau anvertraut unter der Obhut der Großmutter mütterlicherseits. Victor verbringt seine Primarschulzeit in der Schule Saint Louis in Namur und erwirbt sich „massenhaft viele Auszeichnungen“. Später besucht er während drei Jahren das Kollegium der Jesuiten. Und hier erreicht ihn im Alter von 13 Jahren der deutliche Ruf, Mönch von Maredsous zu werden. Ein Jahr später, am 1. September 1889 tritt er in das Juvenat der Oblaten der Abtei ein, um dort seine humanistischen Studien fortzusetzen. Er beendet sie drei Jahre später mit höchster Auszeichnung. Hierauf beginnt er sein Postulat in Maredsous und empfängt am 21. November 1892 das Ordenskleid der Novizen unter dem Namen Eugène. Am 15. Februar 1894 legt er seine Ordensprofess ab. Unter der Leitung von Dom Marmion macht er dann sein Philosophiestudium, bevor er 1896 nach Rom geschickt wird, um dort sein Theologiestudium fortzusetzen. Am 15. August 1899 wird er in Maredsous zum Priester geweiht. In Rom erwirbt er sich am 29. Juni 1900 den Doktortitel der Theologie. Seine schulische und akademische Laufbahn verläuft also im Eiltempo, ohne Schwierigkeiten, sozusagen glänzend. Was seine klösterliche Bildung betrifft, wickelt sich diese unter dem Einfluss der zuverlässigen spirituellen Lehre seiner Vorgesetzten, vor allem von Dom Marmion, ab. Er fühlt sich besonders vom Studium der heiligen Schrift angezogen, und er erfährt in der Liturgie den wesentlichen Inhalt seines Glaubenslebens. 

Mönch und Publizist

Zurück in Maredsous wirkt er zuerst für sechs Jahre als Professor an der Klosterschule. In dieser Zeitspanne publiziert er während vier Jahren in der Zeitschrift von Maredsous – „Botschaft des hl. Benedikt“ genannt – kleine Artikel zur liturgischen Bildung, der hl. Messe gewidmet: ein Entwurf, aus dem später sein erstes und berühmtestes Buch „Die heilige Messe – Anmerkungen über ihre Liturgie“ entstehen wird. Mit Gelehrsamkeit und seelsorglichem Gespür zugleich bemüht er sich, seinen Lesern den tiefen Sinn der Riten der hl. Messe zu erklären. Dieses Werk, erstmals 1906 veröffentlicht, wird einen großen Erfolg haben, immer wieder neu aufgelegt werden bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Exerzitien, durch einen Mitbruder, Dom Germain Morin, gepredigt, unterstützen seine Begeisterung. Diese Exerzitienvorträge erscheinen einige Jahre später unter dem Titel: „Das Mönchsideal und das christliche Leben der ersten Tage“. Dieses Werk ortet die klösterliche Berufung in einer direkten Fortsetzung der Erfahrung der ersten christlichen Gemeinde nach Pfingsten. In diesem Licht werden die Forderungen des benediktinischen Lebens – damals aus einer Sicht der Wiederherstellung vollzogen – auf eine ganz neue Art gedeutet. Dom Morin verteidigt das liturgische Gebet und das persönliche Gebet, genährt durch die Bibellesung und befreit von den modernen Methoden des Gebetes. Gebet, asketische Übungen, Apostolat, Gemeinschaftsleben – alles wurzelt im einzigen Geheimnis Christi, der sich seinem Vater am Kreuz darbringt. Gefeiert und gegenwärtig gemacht wird dieses Geheimnis in jeder Eucharistiefeier seit dem Ursprung der Kirche.

Der junge Dom Vandeur lässt sich von dieser Lehre durchdringen, und er schöpft daraus, als er nach der Wahl von Dom Marmion zum Abt von Maredsous in die Abtei Mont-César in Louvain berufen wird, um dort als Prior zu wirken. Hier begegnet er P. Lambert Beauduin, damals zeitlicher Professe. Die Begegnung wird sich fruchtbar und entscheidend auswirken. P. Lambert war vor seinem Eintritt als Mönch in Mont-César sieben Jahre Arbeiterseelsorger in Liège. Dabei hatte er mit der seelsorglichen Erfahrung die Überzeugung der Dringlichkeit einer aktiven Teilnahme des christlichen Volkes an der Eucharistiefeier gewonnen; und für sich selbst das Verlangen einer theologischen und spirituellen Vertiefung. Er tritt 1906 in Mont-Cèsar ein. Dom Vandeur trifft dort am 9. Oktober 1909 auf ihn.

Akteur in der Liturgischen Bewegung

Die liturgische Bewegung ist in Frankreich schon vor 1850 unter der Anregung von Dom Guéranger, dem ersten Abt von Solesmes, entstanden. Sie hat sich in Deutschland ausgebreitet, dann in Belgien und in England.

Das Jahr 1909 bezeichnet den eigentlichen Anfang der Liturgischen Bewegung. Im Monat August stellt Dom Vandeur – immer noch in Maredsous – dem Eucharistischen Kongress in Köln eine beachtliche Veröffentlichung vor über „die Messe und die aktive und verständige Teilnahme der Gläubigen“. Er beklagt darin, wie mangelhaft die Messe von den Gläubigen verstanden werde und fordert für das Volk ein „vollständiges Missale mit entsprechender Übersetzung“. Denn – so sagt er – „die falsche Andacht hat die wahre getötet“. Als Folge des starken Eindrucks, den diese Veröffentlichung hinterließ, ließ Kardinal Mercier einen Monat später die Frage am Nationalen Kongress der Katholischen Werke in Malines wieder aufnehmen. Er beauftragt Dom Lambert Beauduin mit der Aufgabe, dort einen Bericht vorzustellen, mit dem bezeichnenden Titel „Das wahre Gebet der Kirche“. In Köln hatte Dom Vandeur die Idee eines vollständigen Missales mit Übersetzung für die Gläubigen vorgeschlagen; von nun an wird Dom Lambert diese Idee ausarbeiten und meisterhaft verwirklichen. Er sammelt um sich eine Gruppe junger Mönche und veranlasst die Veröffentlichung einer Zeitschrift „Das Liturgische Leben“. Der Erfolg setzt unmittelbar ein (52.500 Exemplare im November 1909, 70.000 sechs Monate später, und bald 100.000). Zweifelsohne hat Dom Vandeur als Prior diese Tätigkeit und Entwicklung der Redaktion aus der Nähe begleitet. Im Juni 1910 organisiert Mont-César „liturgische Veranstaltungen“. Man erklärt dabei „die Dringlichkeit einer liturgischen Erneuerung, geleitet durch die Benediktiner, und liturgische Wochen, Kirchengesang, Publikationen, eine Schule mit Museum und Bibliothek“ als notwendig. Von nun an versammeln die „Liturgischen Studienwochen“ jeden Sommer eine sich immer mehrende Zahl von Priestern, Mönchen, Professoren und verschiedenen Laienmitarbeitern in der Liturgie, aus allen Ländern stammend. Dom Vandeur wirkt als Vermittler mit. 1911 plant man auch liturgische Exerzitien für Frauen, aber mangels Prediger muss man darauf verzichten. Ein Jahr später erscheint das Buch von Dom Germain Morin, dessen Inhalt, als Exerzitien vorgetragen, damals P. Vandeur so begeistert hat. Anlässlich der liturgischen Wochen im Jahre 1912 hält Dom Vandeur einen Vortrag, betitelt „Das Kreuz und der Altar“. Zwischen 1910 und 1914 veröffentlicht er verschiedene Schriften über die Messe, darunter die Kommentare der Messe des Heiligsten Altarsakramentes und des Heiligsten Herzens; eine Broschüre über die Kommunion, den Jugendlichen gewidmet; eine Reihe Artikel, Danksagungsgebete nach der Kommunion beinhaltend und einen Kommentar der Messe für den „Apostolatstag der Priester“, mit einem Vorwort von Kardinal Mercier versehen.

Die liturgische Bewegung nimmt also in Belgien eine entschieden seelsorgliche Haltung an. Ausgehend von Benediktinerklöstern will sie durch den Klerus die Pfarreien erreichen, um auf das ganze christliche Volk auszustrahlen. Die Abtei von Mont-César bildet das Zentrum. Eine geräumige Kapelle wurde dort eingerichtet, sowie genügend Zimmer, um die zahlreichen Teilnehmer der liturgischen Seminarien – natürlich alles Männer – aufzunehmen, die bereit waren, die nötige Ausbildung für die Umsetzung der Reform zu erhalten. Diese umfasst: die Heilige Schrift, Dogmenlehre, Lehre der Kirchenväter, Kirchengeschichte, Kenntnis der alten liturgischen Texte, Kirchengesang usw. Während Dom Lambert seinen unermüdlichen Eifer einsetzt, um die von ihm begonnene Bewegung zu organisieren und auszubreiten, vermehrt Dom Vandeur seinerseits die Predigten über die Messe. Er tut es im Rahmen seines Amtes, das ihn immer öfter in Verbindung mit religiösen Frauengemeinschaften bringt. „Unmerklich“, so schreibt er in seinen Erinnerungen, „erweckte diese Arbeit in meiner Seele den Wunsch nach einer Vereinigung, welche Apostel der hl. Messe hervorbringen würde.“ 

„Singen und Beten“

Als guter Musiker wird er 1914 durch den Direktor verschiedener Kirchenchöre, zusammengesetzt aus Damen und jungen Mädchen, eingeladen, in Brüssel eine öffentliche Versammlung des Kirchengesangs zu leiten; es geht ihm darum, die Ausführung ausgewählter gregorianischer Stücke umzusetzen. Vorausgehend hält er einen Vortrag und gibt einen Kommentar der Einführung. Die Vorbereitung ist außerordentlich sorgfältig. Dom Vandeur entnimmt die Themen aus dem Zyklus des liturgischen Kirchenjahres: Weihnachten, Ostern und Pfingsten. Er übt mit den Chorsängern. Die Veranstaltung findet am 2. April unter der Gegenwart von Kardinal Mercier statt und versammelt nicht weniger als tausend Personen: Priester und Laien. In seinem Vortrag, betitelt „Singen ist Beten“, befürwortet der Referent die Bildung von Frauengruppen, die ausgebildet im Kirchengesang und in der Liturgie, befähigt werden, die Teilnahme der Gläubigen an den Sonntagsmessen in den Pfarreien zu stützen. Die Zustimmung fällt begeistert aus. Der Erfolg zeigte sich unverzüglich. Gleich nach dem Ende der Veranstaltung erklären sich eine Ordensschwester, zusammen mit einigen Damen und jungen Mädchen bereit, sich einzusetzen. Man vereinbart rasch, in Brüssel allmonatlich eine liturgische Versammlung einzuberufen; diese soll jedes Mal eine Unterweisung über die Liturgie der hl. Messe und deren Quellen, sowie eine Übung des Kirchengesangs beinhalten. Um die Erlaubnis für die Leitung dieser regelmäßigen Treffen zu erhalten, verfasst Dom Vandeur erstmals einen langen Bericht, an seinen Abt gerichtet. Dieser wird von vielen andern gefolgt sein. Die Zustimmung wird sofort erteilt. Die erste Versammlung findet einige Wochen später statt; doch wegen des Kriegsausbruches wird die zweite erst im kommenden Dezember möglich sein. Von diesem Datum an versammelt Dom Vandeur während vier Jahren alle zwei Wochen etwa 100 Frauen im Kloster Sainte-Julienne in Brüssel. Er führt sie in das Verständnis des Wortes Gottes ein, in das Geheimnis der Liturgie und in den Kirchengesang. 

Die Idee des „Liturgischen Apostolats“ von Benediktinerinnen

Beim Einfall der Deutschen Armee in Louvain sind die Mönche gezwungen, Mont-César zu verlassen; sie werden nach Deutschland deportiert und in der Abtei der Benediktiner von Maria Laach untergebracht. Für Dom Vandeur wird sich dieses Exil als ein Geschenk der Vorsehung erweisen. Hier festigt sich in ihm der Gedanke einer klösterlichen Frauengemeinschaft, deren Apostolat – ganz auf die Messe ausgerichtet – durch die Liturgie wirken würde. In Maria Laach trifft er Abt Ildefons Herwegen, Historiker und großer Kenner der Liturgie. Ihm vertraut er seinen Traum an. Dom Herwegen ermutigt und unterstützt ihn nicht nur, sondern er bekennt ihm, dass er sich selbst mit einem ähnlichen Plan beschäftige. Er spornt ihn an, in dieser Angelegenheit einen Bericht zu schreiben, in erster Linie an Kardinal Mercier gerichtet. Das Gespräch ist entscheidend.

Zurück in Mont-César am 9. November 1914 macht sich Dom Vandeur an die Arbeit. Er verfasst ein Dokument von 20 Seiten, welches einen Monat später fertig gestellt ist. Er beschreibt darin die Entstehung seiner Idee, entstanden einerseits durch die liturgische Bewegung, dann aus den Bedürfnissen und Nöten einer durch die religiöse Unwissenheit und Spaltung verwundeten Welt, und konkret durch die Anregung zahlreicher Frauen, denen er in der Seelsorge begegnet ist. Er erarbeitet einen Entwurf von Konstitutionen für eine zukünftige Gemeinschaft von Benediktinerinnen, welche sich der durch den wachsenden Feminismus modernen Gesinnung anpassen würde; ein klösterliches, auf das Wesentliche bezogenes Leben mit einem liturgischen „Apostolat“ vereinen würde. Dieses Apostolat wäre vor allem auf Frauen ausgerichtet. Diese seien mehr als die anderen geeignet, durch ihren Einfluss auf die Familie in der Welt den wahren christlichen Geist wieder aufleben zu lassen. Jedoch bemerkt er, dass sie bisher meist von Studien ausgeschlossen und ohne intellektuelle und theologische Bildung im Abseits gehalten worden seien. Was die benediktinischen Ordensfrauen in den geschlossenen Klöstern anbetreffe, so seien sie weit davon entfernt, in der Kirche die gleiche spirituelle Ausstrahlung wie ihre Ordensbrüder auszuüben.

Dom Vandeur stellt sich also vor, eine Gemeinschaft „echter Benediktinerinnen“ zu gründen, welche im Geist der Regel des heiligen Benedikt leben und fähig sind, wie die Benediktiner, ein Apostolat auszuüben, das verwurzelt ist in einer lebendigen und verstandesmäßig erfassten Liturgie. Ihre Ausstrahlung, ihren Einfluss würden sie durch eine großzügige Gastfreundschaft ausüben, offen für Frauen und Mädchen jeder Herkunft und jeder sozialen Stellung. Diese würden das klösterliche Leben mit ihnen teilen und eine christliche Bildung erhalten, nicht abstrakt sondern praktisch, gründend auf der Lesung des Wortes Gottes, der Feier des Chorgebetes und der Eucharistie. Es würde darum gehen, sie die „echte Frömmigkeit der Kirche zu lehren, eine Frömmigkeit auf dogmatischer und liturgischer Grundlage, welche der Seele der modernen Frau jenen „christlichen Geist“ zurückgeben würde, der heute fast verloren gegangen ist, auf jeden Fall entartet sei“. Dom Vandeur stellt fest, dass nicht nur das Bedürfnis ungeheuer groß ist, sondern dass auch zahlreiche Frauen, die er kennt, nach dieser „tieferen Frömmigkeit“ streben, die auf einer sichereren und gefestigteren Theologie aufbaut, sich auf ein gelehrtes und besser verstandenes Dogma stützt, die logischerweise zu einer großherzigeren Moral führt; nach dieser ganzen Arbeit der Vertiefung, um welche sich die Sentimentalität unserer Zeit so vergeblich bemüht, ein Opfer des Romantismus, der alles, auch die Frömmigkeit, durchdrungen hat. Die Liturgie lehrt diese tiefe und wahrhaftige Frömmigkeit. Indem sie sie schätzen, geben sich alle, Männer und Frauen, Rechenschaft von der fast nicht mehr gutzumachenden Lücke in ihrer religiösen Erziehung.

„Man muß das Maß der Unwissenheit, der Gleichgültigkeit und des uns umgebenden Heidentums als eine Atmosphäre annehmen, ähnlich jener, an welcher die heidnische Gesellschaft in den ersten Jahrhunderten der Kirche zugrunde ging.“ Damals brachen die Christen das Brot in ihrem Haus und waren „ein Herz und eine Seele“. Dom Vandeur sieht im Zeugnis der Einheit das Heilmittel, das man den Übeln der Zeit entgegenstellen muss. Seiner Meinung nach ruht die Verantwortung dieses Zeugnisses auf der Kirche, welche gerufen ist, die „Einheit des Geistes durch das Band des Friedens“ zu verwirklichen. In der Familie, als Gattin und Erzieherin, kann die gut in den Geheimnissen des Glaubens unterrichtete Frau bedeutsam wirken. „Es gibt sehr viele fromme Frauen, geschult vielleicht“ – bemerkt er – „aber es gibt wenige „Christinnen“. Es fehlt ihnen die volle Kenntnis von Jesus Christus. Man muss sie ihnen vermitteln.“ Die religiöse Erziehung und Schulung in der Schule kann – seiner Meinung nach – nur die in der Familie erhaltene Erziehung vollenden, im schlimmsten Fall verwirrt sie dieselbe. Es bedarf also Frauen, welche das Geheimnis Christi persönlich in sich aufgenommen haben und es bekannt machen und lieben lassen. Die Gemeinschaft von Benediktinerinnen, geplant durch Dom Vandeur, wird sich diesem „Apostolat“ widmen; ihr erstes Mittel wird die Liturgie sein. 

Konkrete Pläne

Dom Vandeur entwirft das konkrete Profil dieser „Neuen Benediktinerinnen“. Die Übung des beschaulichen Lebens, verstärkt durch ein Apostolat, wird deren Eigenart ausmachen. Er betont die notwendige Treue zur reinen Tradition des Benediktinerordens, bemerkt aber, „dass es gewisse Dinge gibt im religiösen Leben, welche die moderne Welt nicht mehr versteht, die eher dazu dienen, sich davon zu entfernen. Sie sind nicht mehr der Geisteshaltung des 20. Jahrhunderts entsprechend, und tatsächlich kann man sie weglassen, indem man sie durch andere ersetzt; vorausgesetzt, dass sie keineswegs an den innersten Gehalt dieses Lebens rühren.“

Da das beschauliche Leben sich wesentlich aus der Liturgie nährt, müssen die Schwestern sich bemühen, deren Riten und Texte zu kennen und zu vertiefen. Sie soll „ihre ausgewählte Bibliothek“ ausmachen, mit der Bibel, den Schriften der Väter und der Regel des heiligen Benedikt. Das Chorgebet soll in einem der Öffentlichkeit sichtbaren Chor gesungen werden, damit man sich daran erbaue und daran teilnehmen könne. Es wird keine Gitter geben. Die jährlichen Exerzitien dienen in der Advents- und Fastenzeit zur intensiven Vorbereitung auf die Feier von Weihnachten und Ostern. Das Gemeinschaftsleben wird vor jeder anderen Satzung durch die Nächstenliebe geregelt werden, gemäß der Devise „cor unum et anima una“. Die Gelübde werden jene sein, welche die Regel vorsieht, aber Dom Vandeur betont, dass der „benediktinische Gehorsam“, der das Mark selbst des klösterlichen Lebens ausmacht, nicht wie anderswo eine Notwendigkeit ist, welche das Funktionieren einer Gemeinschaft selbst fordert und voraussetzt; er ist vor allem ein „Gut“, das man um seiner selbst willen suchen muss für die Entfaltung der Seele.

Kurz: In der Gemeinschaft, die er gründen will, wünscht Dom Vandeur das benediktinische Leben an der Wurzel zu erneuern, es zu reinigen von den in den Jahrhunderten unter dem Einfluss moderner Spiritualitäten angehäuften Zusätze, es zu öffnen und auf diese Art fruchtbar zu machen für die Gegenwart.

Die Geschichte hat genügend aufgezeigt, dass die apostolische Ausstrahlung dem benediktinischen Geist nicht fremd ist. Nur haben bisher die Benediktinerinnen ausschließlich durch das Gebet gewirkt. Jetzt lädt der wachsende Feminismus dazu ein, ihren Einfluss auszuweiten. Das Apostolat der „Neuen Benediktinerinnen“ soll ausgeübt werden durch eine „Unterweisung“, nicht im akademischen Sinne, sondern ausgehend von dem, was Dom Vandeur „den großen liturgischen Katechismus“ nennt. Frauen jeglichen Alters sollen dazu eingeladen werden, immer in der angepassten Art und Weise. Um ein solches Apostolat ausüben zu können, müssen die Schwestern mit einer gründlichen Bildung ausgerüstet werden, erworben schon im Noviziat, und wenn möglich später durch die kirchliche Obrigkeit gestützt und anerkannt. Die Herausgabe einer Zeitschrift ist geplant, befruchtet durch persönliche Arbeiten der Schwestern über die Bibel und die Kirchenväter. Die eigentliche Unterweisung, durch die Schwestern im Kloster selbst erteilt, wird regelmäßig sein, gebunden an die liturgischen Zeiten und immer die Teilnahme am Chorgebet und an der Eucharistie mit einschließen.

Schließlich bringt Dom Vandeur einige Ideen über die praktische Organisation der künftigen Gemeinschaft. Er beginnt damit, festzuhalten, dass es sich wirklich um „echte, wahrhaftige, wenn auch neuartige, aber vor allem benediktinische Benediktinerinnen“ handelt. Er wünscht, dass sie vom doppelten Vorteil der bischöflichen Autorität und einer beauftragten klösterlichen Autorität profitieren. Er erachtet es als „sehr notwendig, die traditionelle Klausur mit Gitter nicht mehr zuzulassen“. Er beurteilt sie als „unnötig und für die Gegenwart unverständlich“. Jedoch sollen strikt den Ordensfrauen vorbehaltene Räume beibehalten werden. Ausgänge werden unter ganz bestimmten Umständen möglich sein. Das Ordenskleid soll im Kloster getragen werden; für außerhalb sieht er jedoch eine einfache, bescheidene, gediegene Kleidung vor. Die Aussteuer wird nicht mehr verlangt. „Wir wünschen“, so fasst er zusammen, „jenen Geist wieder einzuführen, den nur die Unkenntnis der religiösen und klösterlichen Geschichte als Erschlaffung bezeichnen kann.“ Schließlich plant er auch eine Gruppe von der Gemeinschaft nahe stehenden Laien, welche zur Ausstrahlung der „liturgischen Frömmigkeit beitragen würden, die sie im Kloster schätzen gelernt haben“.

Zum Schluss zitiert er die Antwort der Jungfrau Maria an den Verkündigungsengel: „Ecce ancilla Domini“ und bemerkt, dass diese Antwort die gesamte Berufung der Benediktinerinnen enthalte, die er zu gründen plane. 

Die erste Gemeinschaft

Dom Vandeur plant Großes – zu Großes zweifellos – und er sieht weit voraus. Seine Anregungen sind eigenständig, seine Überzeugungen stark. Mit einem Stil, der heute etwas veraltet erscheinen mag, belastet er sich nicht mit zweitrangigen Andachtsübungen und überholten Vorschriften. Aber im Gegensatz zu Dom Lambert hat er nicht die große Begabung zur praktischen Verwirklichung. Zwischen 1914 und 1920 verfasst er nicht weniger als zwanzig einander folgende, immer wieder überarbeitete Berichte, um für die Gemeinschaft die kirchliche Genehmigung zu erhalten. Diese wird erst 1922 gewährt, also fünf Jahre nach dem tatsächlichen Datum der Gründung. Das Neuartige seiner Gedanken, eine schüchterne und zu empfindsame Wesensart, ein manchmal zu naives Vertrauen in Personen ließen die Anfänge schwierig werden. Wenn die Gemeinschaft sich so rasch entwickelt und durch Wind und Stürme durchgehalten hat, so geschah dies zweifellos dank einiger intelligenter und mutiger Frauen aus der Gruppe jener, die er um sich versammelt und geformt hat. Geprägt vom „wahren christlichen Geist“, den er ihnen zu vermitteln suchte, haben sie ihrerseits selbst, bescheidener zweifellos, aber mit mehr Realitätssinn die Gemeinschaft aufgebaut, von der er geträumt hat. Der auf den Rat von Dom Herwegen verfasste Bericht wird Kardinal Mercier am 13. Mai 1915 übergeben. Dieser antwortet durch einen ermutigenden und beratenden Brief.

Unterdessen vermehrt Dom Vandeur seine Kontakte und sieht die Gruppe junger Frauen, die sich für seinen Plan interessieren, anwachsen. Vom 15. Oktober 1917, dem offiziellen Datum der Gründung an, beginnen die ersten Kandidatinnen in Brüssel mit der Feier des gemeinsamen Chorgebetes. Kurz davor wurde Dom Vandeur durch Abt Marmion aufgefordert, zwischen Mont-César und Maredsous zu wählen. Um seine wachsende Gemeinschaft nicht verlassen zu müssen und sich ganz deren Formung widmen zu können, entscheidet er sich für Mont-César. Bis 1920 besucht er alle acht Tage die Gemeinschaft in Brüssel, die sich in wechselnden Unterkünften befindet, vermittelt Ratschläge und Unterweisungen. Zudem fährt er mit seinen liturgischen Vorträgen fort. Am Herz-Jesu-Fest 1916, dem 7. Juni, feiert er die erste Konventmesse, dem Volk zugewandt, so wie es von nun an in der Gemeinschaft immer sein wird. Unterdessen vermehrt sich die Zahl der Kandidatinnen ständig.

Anfang Mai 1920 siedelt die Gemeinschaft nach Wépion um, an einen Ort, „Mont Vierge“ genannt. Am 16. November des gleichen Jahres wählt sie eines ihrer Mitglieder, Mutter Benedicta Bayart, als erste Priorin. Um die kanonische Existenz des Klosters abzusichern, macht diese ein Noviziatsjahr der Abtei von Oricourt in der Lorraine. Sie kehrt von dort zurück und legt am 22. Juni 1922 in Wépion ihre Profess ab. Unterdessen ist das Dekret zur kirchlichen Bewilligung und Errichtung der Gemeinschaft schließlich gewährt worden. Die offizielle Zeremonie, geleitet durch den Bischof von Namur, findet am 25. März 1922 statt. Es hatte wahrlich eines kämpferischen Hindernislaufes bedurft, um zu diesem Ziel zu gelangen. 

Neben seinem Dienst in „Mont Vierge“ leitet Dom Vandeur zahlreiche Einsätze in anderen religiösen Schwesterngemeinschaften: Karmelitinnen, Clarissen, Visitandinen, Kleine Schwestern der Armen, Damen des Cenacels, Töchter des Herzens Jesu. Er hält Einkehrtage und Exerzitien in Belgien und Frankreich: in Lille, Amiens, Saint-Brieue, Autun, Paray-le Monial, Nancy, Metz, Périgueux, Lyon, Neuilly sur Seine, Paris – um nur einige zu nennen. Neben anderen Erfolgen bringt dieser Seelsorgedienst den Zulauf einer großen Zahl von französischen Postulantinnen mit sich.

Als das kanonische Noviziat am 2. Juli 1922 in Mont Vierge beginnt, nimmt es 19 junge Schwestern auf. Von nun an folgen ständig Einkleidungen und Professfeiern. Man beginnt, Veranstaltungen und Exerzitien zu organisieren mit bekannten, anerkannten Predigern. Als die Räumlichkeiten zu knapp werden, legt man bald den Grundstein zu einem neuen Bau, der die „Schule im Dienst des Herrn“ begründen soll. Der erste Baustein dazu wird am 15. August 1924 gesegnet, im Beisein des apostolischen Nuntius. Im Dezember 1923, nach dem Tod von Dom Marmion, hat Dom Vandeur wieder um die Zugehörigkeit zu Maredsous ersucht und sich dort wieder niedergelassen, um Wépion näher zu sein, wo er weiterhin regelmäßig Unterweisungen über die Regel, die Theologie und die Liturgie hält. 

Rückschläge

Ein Mangel an Wertschätzung und eine Unklugheit werden den Lauf der Dinge verändern. Im Juli hat es Dom Vandeur für gut befunden, die Leitung der Gemeinschaft einer jüngeren, vordergründig dynamischer erscheinenden Schwester zu übertragen. Bald wird jene versuchen, der Gründung eine Richtung im klösterlichen Leben aufzuprägen, welche sich vom Geist der Offenheit, der zu Beginn gewünscht worden war, entfernt. Nach und nach führt sie eine striktere, strengere Regel ein, entgegen den Absichten des Gründers. Ihm selbst fehlt die Kraft, ihr entgegenzutreten. Er gibt nach. Die Schwestern, die meisten jung und unerfahren, folgen nach. Am 16. Februar 1929 wechselt die Gemeinschaft in das großzügige Gut von Marlange, das noch immer zu Wépion gehört. Dort nimmt sie einen asketischen Lebensstil an, zu dem Abstinenz, Fasten, Schweigen und nächtliches Wachen gehören. Bald ist die Gesundheit der Schwestern angegriffen und namhafte finanzielle Schwierigkeiten entstehen.

Dom Vandeur ist in Marlange nicht mehr erwünscht. Gleichzeitig wird er in Frankreich zum Opfer schwerer Anklagen, von denen er immer behaupten wird, dass sie auf Verleumdungen und Missverständnissen beruhen. Unverzüglich verlangt sein Abt von ihm, die von ihm gegründete Gemeinschaft zu verlassen. Am 10. Februar 1933 kehrt er endgültig nach Maredsous zurück. Er wird die Priorin Marlange, die gleichfalls weggehen musste, nicht mehr sehen. Durch Zufall, so schreibt er, erfährt er später vom Umzug der Gemeinschaft nach Ermeton-sur-Biert, ganz in der Nähe von Maredsous, im Oktober 1936. Fast 20 Jahre werden vergehen, bis er Ermeton das erste Mal besuchen kann. Man kann sich seinen Schmerz vorstellen.

Zurück in Maredsous wird er bald zum Gastpater ernannt; aber die Erschöpfung überwältigt ihn. Er verbringt ein Erholungsjahr in der Abtei von Clairvaux und kehrt davon „gequält, todmüde und enttäuschter denn je“ zurück. Für drei Jahre wird er mit Kursen der dogmatischen Theologie beauftragt; dann wird er „der vollständigsten Freiheit“ überlassen und beginnt ein „wahres Kartäuserleben“. Von nun an widmet er sich der Redaktion zahlreicher spiritueller Werke, die zum Teil publiziert werden und deren Schwerpunkt fast immer die Eucharistie ist. Mehrere Schriften sind auch der Jungfrau Maria gewidmet, dem Offizium, der Anbetung oder dem Kommentar zu Abschnitten aus den Evangelien. Die Kartei der Bibliothek von Maredsous zählt nicht weniger als 158 Titel unter dem Verfasser „Eugene Vandeur“.

Späte Früchte

Der Krieg von 1940 unterbricht seine Ruhe. Nach der Flucht, die er mit seinen Mitbrüdern teilt, nimmt er seine Predigttätigkeit wieder auf – für Priester und Seminaristen. Im Jahre 1950 bezeichnet die Wahl eines neuen Abtes in Maredsous für ihn das Ende einer beschwerlichen, belastenden Zeitspanne der Versenkung. Er erhält endlich die Erlaubnis, nach Ermeton zu gehen, wo er nach fast 18 Jahren wieder der von ihm gegründeten Gemeinschaft begegnet. Von nun an kommt er zwei- bis dreimal jährlich dorthin, um die Eucharistie zu feiern und einen Vortrag zu halten. Künftig darf er sich wieder frei seinen apostolischen Tätigkeiten widmen. Eine Bekannte hat ihn um die Erlaubnis gebeten, einigen Freunden Briefe zu zeigen, die er an sie gerichtet hat. Diese regelmäßige Korrespondenz wird zum Ursprung einer kleinen Zeitschrift, die jeden Monat durch zwei Klöster der Visitandinen und der Redemptoristinnen, in Frankreich und Belgien verteilt werden. Im Jahre 1962 erreicht die Auflage eine Stärke von 10.000 Exemplaren.

Dom Vandeur beginnt wieder, Exerzitienvorträge zu halten, vor allem in Paris, aber auch in Klostergemeinschaften in Belgien. Am 11. Oktober 1962, zu Beginn des II. Vatikanischen Konzils ist er 87 Jahre alt. Gewisse Veränderungen in der Kirche erstaunen ihn. Seine Anregungen von einst sind realisiert, aber auch überholt. Er bemerkt jedoch, daß er glücklich darüber ist, daß das Kloster von Ermeton sich gemäß seinem vorgestellten Ideal entwickelt hat. Glücklich ist er auch darüber, daß die Gemeinschaft von Ermeton zwei neue Gründungen machen konnte, die erste in Deutschland 1954, die zweite in Mexiko 1956.

Er weiß auch, daß seine ersten Anregungen in Deutschland noch weitere Früchte hervorgebracht haben. Zwei Klöster, die er nie gesehen hat, berufen sich auf ihn. Während des ersten Weltkrieges waren junge Krankenpflegerinnen aus Deutschland im Einsatz in Brüssel. Sie waren mit ihm in Kontakt gekommen und wurden von seinen Ideen ergriffen. Zurück in ihrer Heimat, lag es ihnen am Herzen – ohne Wissen von Dom Vandeur – das Ideal, das er ihnen vorgestellt hatte, umzusetzen. Ein erstes Kloster entstand so 1934 in Alexanderdorf bei Berlin. 1949 gingen einige dieser Schwestern nach Westdeutschland und gründeten in Dinklage bei Osnabrück ein weiteres Kloster, um junge Schwestern dem kommunistischen Regime zu entziehen. Keines dieser Klöster wurde je von Dom Vandeur besucht, aber jedes lebt auf seine Weise aus dem Geist, den er seiner ersten Gründung eingeben wollte. 

Am 31. Januar 1965 steht Dom Vandeur den Beerdigungsfeierlichkeiten für Mutter Benedicta Bayard vor, der ersten Professschwester der Gründung von Ermeton. Am 8. Februar des gleichen Jahres begeht er den 70. Jahrestag seiner Mönchsprofess. Am 15. Oktober 1967 feiert er noch mit der Gemeinschaft in Ermeton den 50. Jahrestag der Gründung. Drei Wochen später stirbt er plötzlich am Morgen des 5. November, nachdem er kurz zuvor noch die hl. Messe gefeiert hatte. Er wurde 92 Jahre alt. 

Übersetzung aus dem Französischen: Heidi Hess, Sachseln (Schweiz)