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Hans-Otto Mühleisen,
St. Peter auf dem Schwarzwald. Aus der Geschichte der Abtei. Kunstverlag Josef
Fink, Lindenberg/Beuroner Kunstverlag, Beuron. 2003. 232 Seiten. Während 20 Jahren hat der Verfasser die
verschiedenen Einzelbeiträge über die Geschichte der Abtei St. Peter
recherchiert und sie nun in einem Band herausgegeben. Als methodischen Zugang wählte
er den Vergleich, der helfen soll, Einseitigkeiten zu vermeiden und die
Ergebnisse so objektiv als möglich erscheinen zu lassen. So steht gleich am
Anfang das Kapitel St. Peter – St. Märgen. Zum spannungsvollen Verhältnis
zweier Schwarzwaldklöster. St. Peter wurde am 1. Juli 1093 von einer Gruppe
Hirsauer Benediktiner, die von Weilheim a.d. Teck kamen, errichtet. In enger
Verbindung mit den Zähringern, die ihr Machtzentrum aus dem Schwäbischen an
den Oberrhein verlegten, folgten diese Mönche ihren Herren. St. Peter wurde für
dieses Fürstengeschlecht auch Grabkloster. Während mehr als 700 Jahren haben
die St. Peterer trotz vieler Schwierigkeiten ihr Kloster nie verlassen und haben
so den Wunsch der Zähringer treu erfüllt, an diesem Ort dauerhaft für das
Seelenheil der Familie zu beten. Dies geschah bis zur Säkularisierung 1806. Neben der geistlichen Entwicklung der Gemeinschaft
ist in dem Buch auch ein Artikel den oft nicht ungetrübten Beziehungen des
Klosters zu seinen Besitzungen in der Schweiz bis zum 16. Jahrhundert gewidmet.
Ein Abschnitt geht auf Abt Michael Sattler (ca.1490-1527) ein, der zum Mitbegründer
der Täufer wurde. Interessante Schwerpunkte des Buches sind Themen aus
dem 18. Jahrhundert: z.B. die Wahl der Äbte, für die sich die Mönche wehren
mußten, gab es doch auch außenstehende Partein, die versuchten, auf die Wahl
der Äbte Einfluß zu nehmen, darunter das Kaiserhaus und der Konstanzer
Bischof. Ebenso kommen Themen wie die barocke Bildersprache, die Beziehung
zwischen der Baugeschichte und der allgemeinen Geschichte des Klosters am
Beispiel der Bibliothek, sowie zwischen St. Peter und Schloß Ebnet, östlich
von Freiburg im Br., zur Sprache. Aber auch die Gelehrten und Äbte des Klosters
kommen nicht zu kurz, ist ihnen doch neben der bildlichen Darstellung in der
Bibliothek auch ein Beitrag gewidmet. Nach 1770 wurde die Zeit in Südwestdeutschland für
die Klöster allgemein, aber auch für St. Peter, schwierig. Im Kampf gegen die
Aufklärung im Vorfeld der Säkularisation konnten die Klöster noch bestehen,
aber als 1803 der Reichsdeputations-Hauptschluß erfolgte, war auch das
Schicksal St. Peters besiegelt. Noch drei Jahre Zeit blieben: Jahre des Hoffens
und Bangens. Das Tagebuch, das der letzte Abt über diese Zeit schrieb, ist eine
kostbare Quelle für diesen letzten, tragischen Teil der Geschichte St. Peters. In einem letzten Abschnitt wird die jüngere
Geschichte seit der Säkularisation, vor allem auch die Rückerwerbung von
Kunstgegenständen dargestellt. Etwa 30 Jahre nach der Aufhebung des Klosters
wurde St. Peter Priesterseminar. Bis heute bereitet sich der jeweilige
Pastoralkurs der Erzdiözese Freiburg hier in St. Peter auf Diakonat und
Priesterweihe vor. Neben der höchst interessanten Darstellung der
Geschichte St. Peters trägt die reiche Auswahl an z.T. farbigen Bildern
wesentlich zum Wert dieses Buches bei.
P. Armin Russi, Mariastein |