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Berichte Ostertagung der Salzburger Äbtekonferenz
in Salzburg, St. Virgil Insgesamt 59 Teilnehmerinnen und Teilnehmer trafen sich zur diesjährigen Ostertagung der Salzburger Äbtekonferenz im Zentrum der Erwachsenenbildung der Erzdiözese Salzburg St. Virgil. Als neue Mitglieder der Konferenz begrüßte Abtpräses Benno Malfèr Abt Rhabanus Petri von Schweiklberg, Abt Friedhelm Tissen von Kornelimünster sowie Prior-Administrator Basilius Sander von Weingarten. Wie in den vergangenen Jahren nahmen auch zahlreiche Gäste
als Berichterstatter oder Beobachter an der Tagung teil. Thema der diesjährigen Zusammenkunft war der umfassende Bereich der Ausbildung, der unter zwei Aspekten in Referaten und Gesprächsgruppen beleuchtet wurde: 1. Die Herausforderung für jede Klostergemeinschaft durch
Neueintritte Ausgangspunkt waren die Ausführungen des Vorsitzenden zur
Historie des Studienorts Salzburgs, der auf dem Weg zur Gründung der SÄK nach
1945 eine wesentliche Rolle spielte. Zum ersten Schwerpunkt gab Dr. Jürgen Barthelmes, (Deutsches Jugendinstitut e. V., München) den Tagungsteilnehmern einen Überblick darüber, „Was Jugendliche heute bewegt“. Lebensgefühl und Lebensgestaltung junger Menschen richtet sich immer nach den Gegebenheiten der jeweiligen Zeit. Heute gibt es unter den Jugendlichen ein großes Bedürnis nach Sicherheit – materiell, bildungsmäßig, beruflich, aber auch emotional und sozial. Eine „Rennaissance der Religion“ konnte der Referent
nicht feststellen, erstaunlicherweise aber ein Anwachsen der Wertschätzung für
die Institution Kirche. P. Andreas Wons (Maria Laach) überschrieb seinen Vortrag mit „Kommt einer neu und will das klösterliche Leben beginnen“. Er zitierte zunächst einen Text von P. Emmanuel von Severus (Maria Laach) aus dem Jahr 1948. Dessen Erfahrungen mit dem Noviziat in den Nachkriegsjahren sind auch heutigen Verantwortlichen nicht fremd. Aus der damals herrschenden allgemeinen Unsicherheit der Neueintretenden und ihren fehlenden Grundlagen zieht P. Emmanuel den Schluß, daß jeder Novize individuelle Begleitung braucht. Ausbildung ist der gesamte Prozess des Mönchwerdens, eben Schritte des Katechumenats im Sinne einer Taufspiritualität. Deshalb handelt es sich hier auch um die ganzheitliche Formation, ein ganzes Leben lang! Unter Bezugnahme auf die Siemens-Milieu-Studie, die im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz erstellt wurde, erinnerte P. Andreas an die Herkunft heutiger Kandidaten für das Klosterleben aus sehr unterschiedlichen Milieus. Er skizzierte drei Typen von religiösen Menschen: 1. regelmäßig praktizierende Glaubende 2. Pilger, das sind in Bewegung geratene Religiöse (Patch-work-Religion, Taizè, Weltjugendtage), 3. Konvertiten: a) Übertritt von einer ererbten Religion in eine neue Bei allen drei Richtungen ist Religion im Wachsen
begriffen, die um Aufnahme Bittenden sind wesentlich suchende Menschen. Die
Frage ist, ob sie in den Klöstern Annahme und Verstehen finden und sich mit
ihren Erfahrungen in die Identität der Gemeinschaft einbringen können. Zum „konkreten Studium der Theologie“ referierten Prof.
Dr. Gregor M. Hoff (Salzburg) unter dem Thema „Theologie heute: Von wem … für
wen“, Studiendekan P. Dr. Patrick Weisser (Einsiedeln) mit der Frage nach dem
„Theologiestudium im benediktinischen Kontext“ und Prof. Dr. Rudolf Pacik
(Salzburg) zum Studium der Theologie an
der Universität Salzburg in der Gegenwart. Abtprimas Notker Wolf nahm wie in jedem Jahr die Gelegenheit wahr, die Anwesenden über die augenblickliche Situation in S. Anselmo und der gesamten Konföderation zu informieren. Im September 2008 findet in Rom der Äbtekongreß mit der Wahl des Abtprimas statt. Im Jahr 2009 werden die Ämter des Prior und des Rektors in S. Anselmo neu besetzt werden müssen. Die finanzielle Situation der Hochschule bleibt angespannt,
läßt in ihrer Entwicklung aber für die zukünftigen Vorhaben, vor allem die nötigen
Sanierungsmaßnahmen, hoffen. Für das kulturelle Begleitprogramm mußten die Tagungsteilnehmer diesmal keine großen Entfernungen zurücklegen, sondern konnten sich ganz den vielfältigen Möglichkeiten der Stadt Salzburg widmen. Sie besuchten das Stift Nonnberg, wo sie von Äbtissin Perpetua Hilgenberg durch die geschichtsträchtigen Hallen mit ihren Kunstschätzen geführt wurden. Festspielpräsidentin Dr. Helga Rabl-Stadler begrüßte die Gruppe persönlich im Faistauer-Foyer, von wo aus die interessierten Gäste, in zwei Abteilungen geteilt, die drei Festspielhäuser besichtigten. Auch in der Erzabtei St. Peter gab es Interesantes zu
sehen. Erzabt Edmund informierte im Rahmen einer Kirchenführung über die
neuesten Grabungsergebnisse im Klosterbezirk. Nach der Feier der Vesper mit dem
Konvent waren alle zum reichhaltigen Abendbufett eingeladen. Fragen, Ideen und Vorschläge zur konkreten Gestaltung der
Ausbildung neuer Mitglieder, vorgetragen von Erzabt Jeremias Schröder (St.
Ottilien), bildeten am letzten Tag der Zusammenkunft einen Übergang in den
Alltag der Äbte und Oberen. Sie sind in ihren jeweiligen Gemeinschaften dafür
verantwortlich, daß die Nachkommenden eine ihren Möglichkeiten und Bedürfnissen
entsprechende Formation erhalten. |