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"Zwischen
den Stühlen" Die
diesjährige Magistertagung der deutschsprachigen Frauen- und Männerklöster
begann am Montagabend, dem 19. November, mit der Vesper in der Göttweiger
Stiftskirche. Nach dem Abendessen gab eine erste gemeinsame Runde im schönen
Sommerrefektorium der Abtei allen einen Einblick in Planung und Ablauf der
Tagung und die Gelegenheit zum Kennenlernen. Das Sommerrefektorium sollte für
die ganze Woche unser Tagungsort bleiben. Annähernd 50 Magistri und Magistrae
(die feminine Form ist im folgenden immer einschlußweise mitgemeint) aus Österreich,
der Schweiz, Deutschland, Ungarn, Tschechien, Südtirol und Jerusalem waren
zusammengekommen. Etwa ein Drittel der Teilnehmer war zum erstenmal in diesem
Kreis dabei. Sr. Johanna (Varensell) eröffnete die Kennlernrunde originell mit
spielerischen Einlagen und sorgte so für eine gelöste Einstiegsatmosphäre. Die
beiden Referenten Dr. Ruthard Ott und P. Meinrad Dufner (Münsterschwarzach)
gestalteten die Arbeitseinheiten der folgenden Tage erfahrungsorientiert und
interaktiv. Kurze Bewegungseinlagen zwischendurch ließen immer wieder auch die
leibliche Dimension zu ihrem Recht kommen. Die
inhaltliche Arbeit begann am Dienstagvormittag mit einer Gruppenarbeit zur
lebensnahen Konkretisierung des Themas. Die Fragen und Probleme, welche die
einzelnen im Zusammenhang mit ihrer Rolle als Noviziats- oder Junioratsleiter
bewegten, wurden auf Kärtchen gesammelt und anschließend vier Bezugsgruppen
zugeordnet, mit denen es die Novizenmeister bei ihrer Arbeit zu tun haben.
Benannt wurden diese vier Gruppen mit den Sammelbegriffen die Auftraggeber (Abt,
RB, Konstitutionen...); die Anvertrauten (Novizen, zeitliche Professen); die
Gemeinschaft / Institution und die eigene Person des Magisters. Im Gefüge
dieser vier Pole ergeben sich die Spannungsfelder, zwischen denen sich die
konkrete Arbeit der Noviziatsbegleitung bewegt. Jedes dieser Bezugsfelder wurde
in den Arbeitseinheiten von Dienstag bis Freitag näher beleuchtet. Als
erstes kam die Person des Magisters in den Blick, wobei die notwendige Sorge für
sich selbst im Vordergrund stand. In Kleingruppen wurden die verschiedenen Möglichkeiten
der Selbstfürsorge und Kräfteerneuerung zusammengetragen und diskutiert. Prägende
Erfahrungen konnten anschließend dem ganzen Kreis mitgeteilt werden. Die
"Auftraggeber" Die
Position "zwischen den Stühlen", die zum Thema der Tagung gewählt
worden war, wurde bei dieser Einheit am deutlichsten erfahrbar. Wichtig wurde für
viele Teilnehmer daher das Hören auf das Evangelium als maßgeblichen
Auftraggeber, um in der Fülle der Anforderungen das Wesentliche nicht zu überhören.
Die
zu Begleitenden Die
Gemeinschaft Die
intensive thematische Arbeit der Tagung war für alle, die dabei waren, ein großer
Gewinn und ließ die Tage zu einer kostbaren Erfahrung benediktinischer
Gemeinschaft auf Zeit werden. Der
Rahmen der Tagung Wie
immer gehörte ein Ausflug in die nähere Umgebung des Tagungsortes zum
Programm. In diesem Jahr hatte das Kloster Altenburg, das eine knappe Stunde
Busfahrt von Göttweig entfernt liegt, zu einem nachmittäglichen Besuch
eingeladen. Den Altenburgern P. Albert und P. Michael gebührt ein besonderer
Dank für die spannende Führung, die wir dort erleben durften. Sie vermittelte
uns einen Eindruck von der alten und neuen Entwicklung der 1140 gegründeten
Klosteranlage. Unter den jetzigen Barockgebäuden wurden die gotischen Vorgängerbauten
ausgegraben und zugänglich gemacht. So erlebten wir eine Reise durch die
Jahrhunderte, angefangen von der jüngsten Sehenswürdigkeit, dem neu angelegten
Garten der Religionen in der Außenanlage, über Kreuzgang, Scriptorium und
Klosterküche aus dem 12. bis 14. Jh., bis hin zur grandiosen barocken
Schaubibliothek und der Basilika, in der wir dann die Vesper sangen. Diesem
Besuch verdanken wir zudem das besondere Erlebnis einer Weinverkostung im
Klosterkeller und obendrein ein reichhaltiges Abendessen, das uns für die Rückfahrt
kräftig stärkte. Zu
den Aufgaben der diesjährigen Magistertagung gehörte auch die Neuwahl des
Vorstandes. Abt Michel Reepen von Münsterschwarzach und Sr. Johanna Buschmann
aus Varensell standen nicht mehr für den Vorstand zur Verfügung. Wiedergewählt
wurde Sr Carmen Tatschmurat (Venio). Als neue Mitglieder kamen Sr. Rachel Feller
(Tutzing) und P. Andreas Wons (Maria Laach) hinzu . P. Andreas erklärte sich
bereit, den Vorsitz zu übernehmen. Die
nächste Magistertagung ist für den 16. bis 21.11. 2009 in Frauenchimsee
geplant. Als Themenkreis wurde vorgeschlagen: "Kampf der Kulturen?":
Das Milieu, aus dem die Kandidaten kommen vs. das Milieu des Klosters. Welche
Folgerungen ergeben sich daraus für die Berufungspastoral? |