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Ostertagung
der Salzburger Äbtekonferenz in Quarten (Schweiz) Zur Ostertagung der SÄK
kamen die Mitglieder, darunter diesmal besonders viele neugewählte
Klosterobere, Vertreterinnen der Frauenklöster und aus dem Ausland sowie die
Verantwortlichen der benediktinischen Einrichtungen im Tagungshaus Quarten
zusammen. Die thematische Arbeit stand
unter dem Titel „Qualis debeat abbas esse? Ansprüche an das Amt und die
Person des Abtes heute.“ Um die Herausforderungen des
Abtsamts heute möglichst konkret in den Blick zu nehmen, verzichtete man
diesmal auf die Einladung auswärtiger Referenten. Statt dessen wurden
„Betroffene“ gebeten, unter vier Perspektiven über ihre eigenen Erfahrungen
im Amt zur Versammlung zu sprechen: – Persönliche Lebensführung
(Abt em. Fidelis Ruppert, Münsterschwarzach) Die Ausführungen der Äbte
gaben jeweils den Impuls zu anschließenden Diskussionsrunden in Kleingruppen,
wo man sich sehr lebendig und offen austauschte. Es wurde deutlich, daß die
Anforderungen an die Person des Abtes und seine Amtsführung auch und gerade
heute viel von den einzelnen Oberen – und von ihren Gemeinschaften –
verlangen. Die zahlreichen Ermunterungen, Hinweise, Mahnungen, die Benedikt in
seiner Regel dem Abt vorlegt, werden nach wie vor als Hilfen erfahren, müssen
aber – wie zu allen Zeiten – stets neu auf die jeweils konkrete Situation
angewendet werden. Der Vorsitzende der SÄK,
Abt Benno Malfèr (Muri-Gries), hatte in seiner Einführung zum Tagungsthema das
Verhältnis von Abt und Gemeinschaft so gekennzeichnet: Regere
animas et multorum servire moribus (RB
2,31) – Das ist der Traum der Mönche. Die Realität liegt irgendwo
dazwischen – und stellt den Abt, wie die Gemeinschaft und den einzelnen Mönch
in eine Spannung, die den Einsatz von Kraft fordert, aber auch Kräfte
freisetzt. Im Lauf der Tagung kamen
Belastungen und Defizite zur Sprache, doch ebenso die guten Erfahrungen und die
Chancen, die auch ein Klosteroberer für sein eigenes Wachsen als Mensch im
Gemeinschaftsleben finden kann. Im Regularienteil der
Konferenz konnte Sr. Michaela Puzicha (Varensell / Salzburg) wiederum eine äußerst
positive Bilanz der Arbeit des Instituts für Benediktinische Studien in
Salzburg ziehen. Die angebotenen Kurse sind weiterhin gut besucht. Der im
Auftrag der SÄK von Sr. Michaela herausgegebene Band „Quellen und Texte zur
Benediktusregel“ konnte druckfrisch auf der Ostertagung vorgelegt werden und
wurde von der Herausgeberin inhaltlich erläutert. Darüber hinaus wurden mögliche
zukünftige Projekte, etwa ein Kommentarband zum II. Buch der Dialoge,
vorgestellt. Das IBS wird seit seiner Gründung
im Jahr 2000 von Sr. Michaela geleitet. Die Mitglieder der SÄK wurden daran
erinnert, daß sie mittelfristig in ihre Heimatabtei Varensell zurückkehren
wird. Abt Lukas Schenker
(Mariastein, Schweiz) warb bei den versammelten Oberen um die Freistellung von
Mitbrüdern für die Arbeit an den Studien und Mitteilungen zur Geschichte des
Benediktinerordens und seiner Zweige. Die wissenschaftliche Publikation wird
seit 1880 von der Bayerischen Benediktinerakademie herausgegeben und ist bisher
in 117 Bänden erschienen. Rektor P. Paulus
Koci (Salzburg) berichtete über Leben und Arbeit im Kolleg St. Benedikt. Nach
den Steinerkirchner Schwestern arbeiten dort nun indische Schwestern einer
Kongregation mit salesianischer Spiritualität. Von Abt Johannes Perkmann
(Michaelbeuern, Österreich) wurde ein neu erarbeitetes Konzept für die
Ausbildung am Kolleg vorgestellt. Abtprimas Notker Wolf
unterrichtete die Tagungsteilnehmer über den Fortgang der Bauarbeiten in S.
Anselmo. Für die Aufgaben in Lehre und Forschung, für Sanierung und Unterhalt
der Hochschule wurde die „Foundation Benedict for Education“ ins Leben
gerufen. Weitere Themen seiner Berichterstattung waren das kirchliche Leben in
China und der Großbrand in der Abtei Waegwan. Benediktinisches Leben in
den Ländern des ehemaligen Ostblocks kam zur Sprache in den Beiträgen von Abt
Bernhard Sawicki von Tyniec, Priorin Lucia Wagner (Kommunität Venio) und Abt
Marian Eleganti (Uznach, Schweiz). In Tyniec ist man verstärkt bemüht,
benediktinische Spiritualität in Polen mehr bekannt zu machen. Die Abtei Uznach
hat zwei Mönche in eine neue Cella in Kasachstan entsandt, und die Kommunität
Venio bereitet die Gründung eines Klosters in Tschechien vor. Der traditionelle Ausflug führte
die Tagungsteilnehmer in die Zisterzienserinnenabtei Wurmsbach bei Bollingen. In
der vom Kloster getragenen Impulsschule für Mädchen erhielten sie Einblick in
das pädagogische Engagement der Schwestern. Zur Vesper und beim Abendessen
waren sie Gäste in der Abtei Uznach. Die nächste Frühjahrstagung
der SÄK findet vom 25. bis 28. März im Bildungshaus St. Virgil in Salzburg
statt. Zur Themenfindung konnten in Quarten Vorschläge eingereicht werden. |