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Netzwerk International
Erstes Internationales Delegiertentreffen der Benediktineroblaten,
Laienzisterzienser und Zisterzienseroblaten
29.
März bis 2. April 2007 im Zisterzienserkloster Stiepel in Bochum
Mit einem fünftägigen internationalen
Delegiertentreffen initiiert von der Zisterzienseroblatin Gabriele Franziska
Heitfeld-Panther Obl OCist, die beim ersten Weltkongreß der Benediktineroblaten
2005 in Rom die Koordinationsfunktion für die deutschsprachigen Länder erfüllte,
hat der Aufbau eines
internationalen Netzwerks zwischen Benediktineroblaten, Laienzisterziensern und
Zisterzienseroblaten aus fünf
verschiedenen europäischen Ländern begonnen. Delegierte aus Spanien, Italien,
England, Belgien und Deutschland tagten fünf Tage lang über Palmsonntag im
Zisterzienserkloster Stiepel zum Thema: „Benediktineroblaten,
Laienzisterzienser und Zisterzienseroblaten – christliche Lebensformen und
ihre Sendung mitten in der Welt“.
Die Idee eines solchen Treffens war aus der undefinierten
Situation der Zisterzienseroblaten erwachsen, die, mangels eigener Strukturen,
teils angebunden sind an die Organisationen der Benediktineroblaten
(Arbeitsgemeinschaft Benediktineroblaten, Internationale Benediktineroblaten)
und teils an die der Laienzisterzienser (Internationale
Laienzisterzienser, bisher offizielle Verlautbarungen hierzu nur von den
Zisterziensern der strengen Observanz, OSCO, Trappisten). Die Kontakte mit
beiden Richtungen, zu den Benediktinern und den Trappisten, liefen vorwiegend
auf internationaler Ebene und zeigten, daß die einzelnen Strömungen sich in vielen
Punkten überschneiden oder ergänzen und ein Austausch miteinander
fruchtbringend sein könnte, und, daß insbesondere die internationalen Kontakte
wichtig sind.
Unter den Teilnehmern des Internationalen Treffens waren
auch die beiden Mitglieder des
Koordinationsteams für die Weltkongresse 2005 und 2009 der Benediktineroblaten
in Rom, Pater Luigi Bertocchi (Rom / Saint John`s Abbey, Minnesota, USA)
und der Benediktineroblate Giorgio Marte aus Italien sowie eine Vertreterin des
Leitungsgremiums der Internationalen Laienzisterzienser, die
Laienzisterzienserin Tina Parayre aus Spanien.
Ein straffes Programm mit Berichten, Vorträgen, Treffen
in Arbeitsgruppen und Ausflügen ermöglichten einen intensiven
Erfahrungsaustausch. Die gemeinsame Feier der Liturgie, die Unterbrechungen der
Arbeit vor allem durch das
Stundengebet und die tägliche Feier der Eucharistie bestimmten den Tagesablauf
und den gesamten Charakter des Treffens.
Aus den Länderberichten wurde die teils voneinander
abweichenden Strukturen und Ausrichtungen des Oblatenwesens in den einzelnen Ländern
deutlich. In Großbritannien und Irland sind Oblaten seit dem ersten Weltkongreß
in Rom untereinander durch regionale und nationale Treffen und Internetforen
intensiv miteinander verbunden. Die
Delegierten zeigten
großes Interesse an Überlegungen zur internationalen Zusammenarbeit.
Die Hinführung zur Oblation, die Noviziatszeit, ist in den Klöstern Großbritanniens
sehr intensiv. In
Deutschland dagegen stehen derzeit konzeptionelle Überlegungen zum
Oblatennoviziat und zur Formation von Oblatengemeinschaften im Vordergrund.
Allen Ländern ist gemeinsam, daß die Anzahl der Oblaten, auch besonders jüngerer
Oblaten, in den letzten zwei Jahrzehnten stetig zugenommen hat.
Die von den Teilnehmern in englischer Sprache gehaltenen
Vorträge machten deutlich, was das Oblatenleben ausmacht: Monsignore Moth Obl
OSB sprach über das Oblatesein als besondere Berufung, egal in welcher
Lebenssituation: die Berufung,
nichts Gott vorzuziehen, egal, an welchem Ort die konkrete Lebenshingabe an Gott
stattfindet. Oblaten sind „monastisch lebende Christen, Benediktiner,
Trappisten oder Zisterzienser. Das Oblatesein ändert nicht unseren Status in
der Kirche, aber es ändert die Art und Weise, wie wir diesen Status leben.“
In dem Vortrag von Tina Paraye ILC
wurde die tiefe Einheit von Kontemplation und Aktion im Leben eines kontemplativ
in der Welt lebenden Menschen
deutlich, die gespeist wird aus dem Gebet, der Schriftlesung und der
Eucharistie.
Pater Luigi sprach über den Ort, an dem sich Lectio Divina letztendlich
vollziehen muß: Im Hören mit ganzem Herzen, mit meinem ganzen Sein und in der conversatio
morum, der lebenslangen Umkehr, die er mit Hilfe des wunderschönen
chinesischen Bildes des „das Herz umkehren“ darstellte. Gabriele
Heitfeld-Panther Obl OCist sprach über die Rolle der Sendung der Oblaten in der
Kirche und der Welt von heute, die Chancen christlicher Lebenshilfegruppen:
Menschen gehen gemeinsam den Weg mit Christus und werden zur Einladung an Gott
Suchende. Weitere Themen, die zur Sprache kamen, waren das Bewußtsein der
Mitverantwortung der Oblaten für die Anliegen unserer Zeit und der
strukturschwachen Länder und die
Frage nach der eigenen Rolle und Identität sowie innerhalb der Orden und in der Kirche von heute.
Wichtig ist es zunächst, voneinander zu wissen, die
gemeinsamen Wurzeln und Ziele zu kennen und zu benennen. Eine Aufgabe für die
Zukunft wird es sein, darüber waren sich die Teilnehmer einig, Wege zu finden
zum Bekenntnis, „Flagge zu zeigen“. Was ist es, das deutlich macht, aus
welcher Quelle wir schöpfen und leben? Die
Antwort aus dem Kreis war: das authentische Leben. Der Berufung gemäß leben
heißt, das Glück erfahrbar machen, das aus der Lebensform des „Christus
nichts vorziehen“ entspringt. Dazu
gehört aber auch die Nutzung der Vielfalt der Medien zur Information
untereinander und der Außenstehenden. Dazu gehört auch das Wirken in der
Pastoral und als Autoren guter benediktinischer Literatur.
Die Inhalte der Tagung werden als Buch zusammen gefaßt
werden. Ein Statement, das die Delegierten am Ende der Tagung gemeinsam verfaßt
hatten, wurde inzwischen dem Abtprimas (OSB) und den beiden Generaläbten (OSCO
und OCist) zugeschickt.
Die Teilnehmer sind aus der gemeinsamen
Feier der Eucharistie und dem Arbeitsalltag zu einer Gemeinschaft
zusammen gewachsen. So wurde möglicherweise mit der Tagung ein Grundstein
gelegt für ein aktives Netzwerks zwischen den beteiligten Ländern und in der
Zukunft hoffentlich darüber hinaus. Die Delegierten sehen Chancen des
Austauschs im europäischen Raum, aber auch weltweit.
Alles in allem haben die gemeinsamen Tage die Teilnehmer
gestärkt, in der Freude Christi und in ihrer persönlichen Berufung zur Bindung
an ihre jeweilige Klostergemeinschaft. Die Teilnehmer gingen einerseits
auseinander mit der tiefen Erfahrung einer gemeinsamen Bewegung im Heiligen
Geist und im Geist der Regel des hl. Benedikt, andererseits mit dem Gebet um
Geduld und Verständnis für alle Beteiligten, besonders in Bereichen, in denen
die Berufung von Christen in der
Welt zum Leben in der monastischen Spiritualität noch Neuland ist, und vor
allem um ein fruchtbares befreites Miteinander von Ordensleuten und Oblaten im
Weinberg des Herrn für die Kirche und Welt von Morgen.
In der Art und Weise, wie wir unserer Berufung folgen und
das Leben mit der monastischen Spiritualität in der Welt um- und einsetzen,
liegt die Chance, Zeugnis zu geben und in die Gesellschaft hinein zu wirken.
Mit diesen Gedanken können wir den Bogen spannen zu den zwei großen
Veranstaltungen in naher Zukunft: Im Jahr 2008 findet die vierte Internationale
Begegnung der Laienzisterzienser statt – diesmal mit der Fragestellung nach
der zisterziensischen Identität in Huerta (Spanien) – und unter dem Thema
„Maria – Rabbuni“. Im Jahr 2009 findet der zweite Weltkongreß der
Benediktineroblaten, wiederum in Rom, statt. Das Thema des Kongresses: „Die
religiösen Herausforderungen der heutigen Zeit – die benediktinische
Antwort“.
Gabriele Franziska Heitfeld-Panther Obl Ocist
Kontakt: Heitfeld-Panther@arcor.de
www.zisterzienseroblaten.de
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