Im Spannungsfeld von Mission und monastischen Idealen
Generalkapitel der Missions-Benediktinerinnen von Tutzing
 

Vom 20. September bis 20. Oktober 2006 fand in Rom das 11. Generalkapitel der Missions-Benediktinerinnen von Tutzing statt. Es stand unter dem Leitsatz „Gerufen und gesandt zum missionarischen Dienst“.

Dem Kapitel ging eine intensive Vorbereitungsphase voraus, in die alle Schwestern der Kongregation durch Gebet, gemeinsame inhaltliche Arbeit an einem Positionspapier, Gedankenaustausch und Möglichkeit zu persönlichen Stellungnahmen und Eingaben eingebunden waren. 

Neben den notwendigen Wahlen der Generalleitung bestand eine der Hauptaufgaben der 44 Kapitelsmitglieder darin, den spezifischen Missionsauftrag der Gemeinschaft und Handlungsziele für die nächsten sechs Jahre zu formulieren.

Sehr informativ waren die drei Einleitungsreferate, in denen unter drei verschiedenen Perspektiven (Kongregationsgeschichte, Ekklesiologie und asiatischer Kontext) das Thema Mission behandelt wurde. Bei zwei sogenannten „Werkstattagen“ war die Möglichkeit gegeben, aktuelle Themen und brennende Fragen einzubringen und in kleinen Gruppen Ideen dazu zu sammeln.

Eine zentrale Botschaft im Kapitelsdokument lautet: Unsere Berufung als Missions-Benediktinerinnen liegt zum einen darin, daß wir den Sendungsauftrag Jesu in die ganze Welt hinaus tragen. Zum andern haben wir die ständige Aufgabe, die monastischen Ideale wie Chorgebet und Gemeinschaftsleben mit unseren missionarischen Verpflichtungen zu verbinden. Beide Pole – Benediktinerin und Missionarin sein – sollen uns in eine kreative Spannung versetzen. 

Diese Überlegungen mündeten in vier Handlungsziele, die in den nächsten Monaten und Jahren in den einzelnen Prioraten konkret umgesetzt werden sollen. Im April 2007 wird das Prioratskapitel in Tutzing sich dieser Aufgabe widmen. Zwei der Ziele seien hier genannt: 

„Wir wollen unsere missions-benediktinische Spiritualität vertiefen“.
Unsere Liturgie ist eine Glaubenverkündigung und eine Form der Evangelisierung. Unser Gemeinschaftsleben, die Art, wie wir miteinander umgehen, ist ein wesentlicher Bestandteil unseres missionarischen Lebens. 

„Wir wollen den Austausch von Schwestern zwischen den Prioraten verstärken“.
Daß wir zu einer internationalen Kongregation gehören, schätzen wir als ein Geschenk Gottes. Wir haben es in diesem Generalkapitel für notwendig erachtet, das Zusammenleben von Schwestern aus verschiedenen Kulturen als Zeichen für unsere heutige Welt zu vertiefen. 

Mit dem persönlichen Segen des Papstes bei der Mittwochsaudienz auf dem Petersplatz und ermutigenden Worten der neu gewählten Generalpriorin M. Angela Strobel fuhren die Schwestern, durch die persönlichen Begegnungen und die fruchtbare Zusammenarbeit bereichert, wieder heim in ihre Priorate. 

Sr. Ruth Schönenberger, Tutzing