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„Benediktinischer Tag“ in der Abtei Kornelimünster Im Rahmen des 100-jährigen Gedenkens an die Rückkehr der
Benediktiner nach Kornelimünster hatte die Benediktinerabtei für den 16.
September, das Hochfest des hl. Kornelius, zu einem „Benediktinischen Tag“
eingeladen. Die gezielte Einladung suchte einen überschaubaren Kreis von Klöstern
aus der näheren deutschen Umgebung und aus dem nordwesteuropäischen Raum der
Kongregation von Subiaco zu erreichen. So durfte die Abtei neben dem Präses der
Kongregation, Abt Bruno Marin (Rom), Mitbrüder und Mitschwestern aus Belgien,
den Niederlanden und aus Schottland und Südengland begrüßen. Diese Klöster
streben seit einigen Jahren eine engere Verbindung untereinander an. Die
Erfahrung, daß ganz viel über die persönliche Schiene läuft, macht eine
solche Begegnung sinnvoll und fruchtbar. Daß die Abtei über den Kreis der
Ordensbrüder und -schwestern auch ihre Oblaten eingeladen hatte, weitete den
Begegnungshorizont noch einmal aus. Etwa 50 Benediktiner und Benediktinerinnen
und 15 Oblaten waren der Einladung gefolgt. Soweit Abt Albert es übersieht, führte
die Einladung an die benediktinische „Euregio Nordwesteuropa“ einen Kreis
zusammen, der sich so bisher noch nie getroffen hat. In der Predigt der Eucharistiefeier stellte Abt Albert die beiden Klosterpatrone, die heiligen Benedikt von Aniane und Papst Kornelius, schlagwortartig als ein Programm vor. Der Klostergründer Benedikt war eine der tragenden Säulen der karolingischen Klosterreform. Er kann die Kirche, die Klöster und jeden einzelnen daran erinnern und dazu ermutigen, das Heute anzuschauen, es vor den Quellen auszuleuchten und auf das Morgen hin neu zu gestalten. Dabei können und dürfen Fehler gemacht werden, aber es verhindert den einen tödlichen Fehler, einen bestimmten Moment der Entwicklung absolut zu setzen. Kornelius war in seiner Zeit der Christenverfolgung ein Mann der Versöhnung, der die Glaubensschwachen in die Gemeinschaft der Glaubensstarken reintegrierte. Innere Einheit der Gemeinschaft Kirche und Kloster ist die Aufgabe und das Ziel unseres Glaubens und Suchens. Wenn wir solche Einheit auch nicht haben und nie glanzhaft strahlend haben werden, so dürfen wir doch nicht auf die Vision solcher Einheit verzichten. Als Ganzes können wir sie auch in den Fragmenten unserer Versuche wagen und tatsächlich Wirklichkeit werden lassen. Den Blick auf diese Fragmente, in denen das Ganze aufleuchtet, zu gewinnen, ist vielleicht die drängendste Aufgabe, der sich die Kirche, unsere Klöster, und jeder einzelne stellen muß. Hier greift dann wieder der Reformer Benedikt von Aniane: Monasterium
semper reformandum – ein Kloster bedarf immer neu der Reform. Vita
semper reformanda – Leben geht nicht ohne Reformbereitschaft. Ego
semper reformandus – zu sich selbst findet nur, wer reformmutig ist. Abt Albert schloß mit der Mahnung, nicht darauf zu warten,
daß sich etwas ändert, sondern sich
vor Augen zu halten, daß Gott darauf wartet, daß wir uns ändern. Bei dem bei solchen Begegnungen üblichen Gang durch das
Haus versuchten die Kornelimünsteraner Mönche ihr Selbstverständnis als ein
„Haus der Glaubensbegegnung“ zu verdeutlichen. So stellten sie den Gedanken
„Begegnung ist Mut zur Nähe“ in die Mitte der Führung. Dabei verhehlten
sie nicht, daß ein solches Selbstverständnis kein fertiges Rezept ist, sondern
eine ständige Herausforderung, seine Chancen und Grenzen auszutarieren. … und dann gab es natürlich auch einfach Zeit für das
kleine oder auch ein großes Gespräch. Abt Albert Altenähr, Kornelimünster |