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Tagung der
Oblatenrektorenkonferenz vom 6. bis 8. Juni 2006 20 Mitglieder der Oblatenrektorenkonferenz versammelten sich unter der Moderation des Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Benediktineroblaten (ARGE), P. Michael Vollmerich (Ettal), im Juni auf dem Jakobsberg zu Austausch und Weiterbildung. Es wurde ganz bewußt auf die Einladung auswärtiger Referenten zum o.g. Thema verzichtet. Vielmehr hatte man im Vorstand beschlossen, auf die vielfältigen Erfahrungen in der Oblatengemeinschaften der einzelnen Klöster zurückzugreifen. Bei der Frage, welche Kommunitäten zu Wort kommen sollten, berücksichtigte man den Wunsch, ein möglich breites Spektrum aufzuzeigen. Die relativ jungen Oblatengemeinschaften wurden durch Köln-Raderberg, die Gemeinschaften „mit großer Tradition“ durch Beuron und die der Missionsklöster durch Kloster Jakobsberg vertreten. Schließlich kam mit P. Franziskus Berzdorf (Maria Laach) auch die rechtliche Komponente der Thematik zum Tragen. Köln-Raderberg Priorin Johanna Domek zeichnete ein lebendiges Bild der Kölner Oblaten-Gruppe. Hier begann die Oblatenarbeit 1988 als eine „Form für das, was sich von Gästen und Sympathisanten um das Kloster herum aktuell tat“. Heute gehören 18 Oblatinnen und Oblaten zum Kloster, und fünf sind im „Anweg“. Die bunte Mischung der verschiedenen Glaubenerfahrungen und Ausdruckweisen wird von allen als Geschenk erfahren. Die Beziehungen der einzelnen zum Kloster gestalten sich in unterschiedlicher Intensität. Für den Konvent bedeutet die
Oblatenarbeit einen personal intensiven Einsatz, weil möglichst viele
Schwestern beteiligt sein sollen. Bei der Hinführung zur Oblation
geht es gleich am Anfang des Weges um Klärung der Motivierung der Kandidaten.
Es muß deutlich werden, daß es ihnen „um eine Form der Hingabe“ geht,
sonst kann die Lebensform als Bendiktineroblate nicht übernommen werden. Zur
Motivation gehört auch die Frage: „Was haben wir voneinander?“ Wer Oblate
werden will, soll darüber eine konkrete Vorstellung haben und zum Ausdruck
bringen können. Für die Ausbildung und
Begleitung der Oblaten erstellen die Schwestern in Köln Sammlungen mit Texten
zu monastischen Themen wie Gebet, Gottverbundenheit, Lectio Divina, Regula
Benedicti usw. Dabei achten sie darauf, daß die christlich-benediktinische
Lebensweise auch für den Alltag außerhalb des Klosters praktikabel zur Sprache
kommt. Diese Texte werden den Oblaten zugesandt und bei den regelmäßigen
Gemeinschaftstagen gemeinsam bearbeitet. Kloster Jakobsberg In seinen Ausführungen zur Oblatenarbeit von Missionsklöstern wies P. Aurelian Feser im Eingang auf das weltweite Anwachsen des Oblatentums, besonders auch in den jungen Kirchen, hin. So wandelte sich das
Oblateninstitut in den Klöstern Afrikas in den letzten fünf jahren
grundlegend. Hatte man bis zur Jahrhundertwende Knaben als „Oblaten“
bezeichnet, die, ganz nach Kap. 59 der RB, in jungen Jahren ins Kloster
aufgenommen wurden, so haben sich inzwischen Oblatengemeinschaften um die Klöster
gebildet, die oft benediktinische Spiritualität als Gestaltungselement ihres
familiären Lebens übernehmen. So können sie einen Impuls für bewußte
Gemeinschaft in einer Gesellschaft geben, die immer mehr von der Auflösung der
traditionellen Familiengesmeinschaft betroffen ist. Auch in den Ländern Asiens (Korea, Philippinen, Japan) ist ein Zerfall der alten Gemeinschaftsstrukturen zu beobachten. Angesichts der wachsenden Kluft zwischen wirtschaftlichem Aufschwung und Bewahrung der überkommenen Werte, gibt es einen Bedarf für echte Spiritualität. Trotz mancher schwieriger Entwicklungen hat die Familie immernoch größere Bedeutung als in der westlichen Kultur. Wenn ein Familienmitglied einen geistlichen Weg für sich gefunden hat, strahlt dies oft auf die ganze Familie aus, was von den Klöstern als Chance für die Mission gesehen wird. Die große Oblatengemeinschaft der Abtei Waegwan ist mit ihren Aktivitäten ein Beispiel für den – auch geistlichen – Bildungshunger in Süd-Korea und darüber hinaus. Sollten sich in China neue Möglichkeiten
für Klöster ergeben, rechnet man dort mit einer raschen Bildung von
Oblatengemeinschaften und starkem Wachstum in kürzester Zeit. Zum Tagungsthema legte P.
Aurelian ein Papier „Überlegungen und Gedanken zur Oblation“ vor, das die
Ergebnisse eines Gesprächsprozesses innerhalb der Jakobsberger
Oblatengemeinschaft zusammenfaßt. Es umfaßt Ausführungen zum Selbstverständnis
der Oblaten, ein „Programm für die Ausbildung“, die Liturgie für die
Aufnahme in die Probezeit und die Liturgie der Aufnahme als Oblate. Auf dem Weg
zur Oblation dient es als Gesprächsgrundlage zwischen Oblatenrektor und dem
Kandidaten und unter den Oblaten bei deren Gemeinschaftstagen. Beuron P. Martin Kreuzburg schilderte zunächst die große Blüte des Beuroner Oblateninstituts in der Zeit der liturgischen Bewegung in den 20iger und 30iger Jahren des vorigen Jahrhunderts und dann noch einmal nach 1945. Noch 1989 gehörten ca. 480 Oblaten aus ganz Deutschland zum Kloster Beuron. Die Oblatenarbeit wurde deshalb in „Regionaltreffen“ organisiert. Seit einiger Zeit haben sich auch jüngere Oblaten zwischen 30 und 50 Jahren dem Kloster angeschlossen. Sie möchten selbst als Oblaten aktiv werde und den Austausch mit den Mönchen und untereinander aktivieren. Rechtliche Fragen P. Franziskus Berzdorf verwies zu Beginn seiner Ausführungen auf das Oblaten-Handbuch „Unter der Führung des Evangeliums“. Danach ist ein Oblate jemand, – der sich an eine bestimmte monastische Gemeinschaft bindet und dadurch Mitglied dieser Gemeinschaft mit bestimmten Rechten und Pflichten wird, – der sich an ein bestimmtes Kloster, nicht an einen Orden bindet, – über dessen Aufnahme
deshalb der Obere der Gemeinschaft, nicht der Oblatenrektor oder die
Oblatengemeinschaft bestimmt. Im CIC 1917 / 1983 gibt es keine Bestimmungen für die Oblaten. Es steht fest, daß sie nicht eine Art „Dritter Orden“ bilden. Voraussetzung ist Taufe und Glauben, weil die Oblation ein Versprechen ist, sich, in Verbindung mit einem bestimmten Kloster, Gott hinzugeben. Mitglieder anderer Orden oder auch Dritter Orden können nicht aufgenommen werden. Zu den Voraussetzungen zählen
weiter ein Probejahr bzw. eine Probezeit und die Zulassung durch den Oberein der
Gemeinschaft, in Rücksprache mit dem Oblatenrektor. Die Probezeit gewinnt
zunehmend an Bedeutung, weil die Interessenten sehr unterschiedliche geistliche
Voraussetzungen und mehr oder weniger Glaubenswissen mitbringen. Auch evangelische Christen können
die genannten Voraussetzungen erfüllen. Ihre Aufnahme ist daher rechtlich
grundsätzlich möglich. Probleme können sich für die Feier der Sakramente,
bei der Frage nach der Teilnahme an der Kommunion ergeben. Dies sollte vor der
Oblation ehrlich abgeklärt werden. Austausch im Plenum An alle vier Impulsreferate schloß sich das Gespräch in der zahlenmäßig überschaubaren Gruppe an. Die angesprochenen rechtlichen Fragen kamen darin ebenso zur Sprache wie der Wunsch nach konkreten, in der Praxis erprobten Anregungen für die Ausbildung und Begleitung der Oblaten. Es wurde deutlich, daß es
Patentrezepte nicht gibt. Nicht zuletzt die eigene Erfahrung im geistlichen
Leben und die Gottsuche der Oblatenrektoren selbst sind hier wichtig, ebenso das
gemeinsame Zeugnis der ganzen Kommunität. Weitere Themen P. Basilius Ullmann OCist (Langwaden) berichtete über seine Erfahrungen beim Ersten Weltkongreß der Oblaten 2005 in Rom und stellte den in Langwaden erschienenen Dokumentationsband mit den Referaten des Kongresses vor.[1] Herr Klaus P. Optenhövel
informierte über den Stand der Arbeiten an der geplanten Homepage der ARGE.
Nach der Repäsentation des Entwurfs kamen aus dem Kreis der Oblatenrektoren
noch verschiedene Anregungen, die in die Seite eingearbeitet werden sollen.
Grundsätzlich stimmte die Konferenz dem Konzept des vorgelegten Entwurfs zu. Es liegen noch mehrere tausend
Faltblätter „Benediktiner Oblaten. Eine christliche Lebensform“ auf Lager,
die in der Erzabtei St. Ottilien angefordert werden können. Frau Dr. Schmidt-Sommer (St.
Ottilien) hat die Arbeit an der Archiv-Registerordnung
über 40 Jahre für das zentrale Oblatenarchiv abgeschlossen. Die
Archiv-Materialien werden künftig in Beuron aufbewahrt und sind dort über den
Oblatenrektor, P. Martin Kreuzburg, für Oblatenrektoren, Oblaten und
Interessenten mit ausgewiesenem wissenschaftlichen Interesse zugänglich. Die
Betreuung des Archivs leigt weiter bei Frau Dr. Schmidt-Sommer. Die Archivierung
mittels elektronischen Medien wird angestrebt. Wie üblich richtete sich der Blick zum Abschluß der Tagung auf die nächsten Treffen. Sie finden statt: 29. Mai bis 1. Juni 2007 in St. Ottilien und 13. bis 15. Mai 2008 im Kloster Jakobsberg. Sr. Ruth Lazar, Alexanderdorf
[1] Gemeinschaft mit Gott und mit der Welt. 1. Weltkongress der Benediktiner Oblaten Rom, 19.-25. September 2005, Manuskrptdruck Bernardus-Druckerei, 41496 Grevenbroich. |