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„In
unsagbarem Glück der Liebe“ (RB, Prol 49) Ende Januar war es wieder soweit, und man kann wohl schon
von einer guten Tradition sprechen: 22 Mitbrüder aus zwölf verschiedenen
Benediktiner- und Zisterzienserklöstern, aus Deutschlands Norden, Süden, Osten
und Westen, aus Österreich und der benachbarten Schweiz, zum größten Teil
„alte Hasen“, daneben aber auch einige, die in diesem Jahr zum ersten Mal
mit von der Partie waren, machten sich auf den Weg nach Beuron. Sie folgten der
von Erzabt Theodor Hogg und Br. Jakobus Kaffanke ausgesprochenen Einladung zum
30. Beuroner Brüderkurs. Die rund dreißig Mitglieder zählende Gruppe, die
sich aus den angereisten Gästen und einigen Mitbrüdern der Beuroner Kommunität
zusammensetzte, wollte die bevorstehende Woche zu Begegnung, Austausch und
Besinnung nutzen. Über der gesamten Veranstaltung sollten als Thema die
Worte aus dem Prolog der Benediktsregel stehen, die vom unsagbaren Glück der
Liebe und der Weite des Herzens reden (vgl. Prol 49). Aus unterschiedlicher
Perspektive wurde die zentrale Frage nach dem so charakterisierten Ziel des
benediktinisch-monastischen Weges in den Blick genommen und beleuchtet. Neben
den Mitbrüdern P. Benedikt Schwank, Br. Jakobus Kaffanke, P. Albert Schmidt und
P. Stephan Petzolt aus Beuron, beteiligten sich Sr. Immaculata Kieninger
(Kellenried ) und Abt Bruno Fromme OCist (Himmerod) als Referenten. Sie setzten
sich auf je eigene Weise mit den zentralen Aussagen über den Weg des Mönches
auseinander, der am Ende des Prologs der Benediktusregel als der Weg des Heils
beschrieben wird (Prol 48). Ziel dieses Weges und damit des Mönchslebens,
Verheißung an den, der trotz der vorhersehbaren anfänglichen und zeitweisen
Enge und der auftretenden Schwierigkeiten des Lebens nicht vom Weg des Heiles
flieht, sondern im klösterlichen Leben und im Glauben fortschreitet, ist die
Herzensweite, von der auch Ps 119,32 spricht. In „unsagbarem Glück der
Liebe“ läuft er, wie Benedikt schreibt, den Weg der Gebote Gottes (Prol 49).
Der klösterliche Weg, der ja nichts anderes als ein christlicher Weg sein kann,
führt so gesehen von der Herzensenge, aus der Angst, durch die schmale Pforte
und über den schmalen Weg in die Weite der Gottesliebe, welche die Liebe zum
Bruder wie zu sich selbst in sich trägt. Neutestamentlich-exegetische Betrachtung, der Blick
auf konkrete Weg-Erfahrungen mit der Regel, und die eingehende Analyse des
Prologs wie der Regel insgesamt ergaben ein vielfältiges und lebendiges Bild
dessen, was im Prolog als Ziel des monastischen Weges in Aussicht gestellt wird.
Die Beschäftigung mit dem Reformabt Ludwig Blosius (+1566) und der Frage nach
der Freude im Leben und Dienst des Mönchs heute ergänzten dieses Bild noch zusätzlich. Insofern das theoretisch Betrachtete anhand der
praktischen Anschauung an Leben gewinnt, stellte die Erfahrung der Gemeinschaft
und brüderlichen Verbundenheit einen wichtigen Aspekt dieser Tage dar. So zählt
der Ausflug nach Schaffhausen und auf die Rheinau mit der Besichtigung der
romanischen Kirche des ehrwürdigen Allerheiligenklosters sowie der ehemaligen
Klosterkirche auf der Insel unterhalb des Rheinfalls zu den Höhepunkten des
gemeinsam Erlebten. Die „Schwestern von der spirituellen Weggemeinschaft“,
bewirteten uns zu Mittag gastfreundlich an ihrem Tisch. Reges Interesse fand der
von P. Martin Kreuzburg und seinem Team organisierte „Ausgang nach St.
Maurus“ am Tag vor der Abreise. Für uns, die Mitglieder des Beuroner Noviziats, war die Teilnahme am Brüderkurs nicht nur eine willkommene Abwechslung, sonders machte es möglich, Mitbrüder aus anderen Klöstern und Gemeinschaften kennenzulernen und so auch die Weite der deutschsprachigen benediktinischen Familie zu erfahren. Das gemeinsame Beten und Hinhören, besonders die gemeinsame Feier des Stundengebetes war für mich persönlich eine bereichernde und ermutigende Erfahrung. Bleibt zu hoffen und zu wünschen, dass der 31.
Beuroner Brüderkurs auf ebenso lebhaftes Interesse stoßen wird. |