|
Benediktinerinnen vernetzen sich - Ich sehe vor mir das Bild eines Netzes, das
zusammengeknüpft wird. Viele, viele Fäden
werden nebeneinander gelegt und an vielen Stellen miteinander geknüpft. Es gibt
sehr viel Raum zwischen den einzelnen Fäden, denn es ist ein Netz und nicht ein
gewobenes Tuch. Und jeder Faden ist mit vielen anderen Fäden geknüpft. Es gibt
dicht verwobenen Flächen aber auch weniger dicht verwobene. Für die
Brauchbarkeit des Netzes ist nur wichtig, dass alle Fäden genügend
eingeflochten sind, um größere Löcher zu vermeiden. Wenn hier vom Treffen der CIB Delegierten die Rede ist, dann sprechen wir auch von einem benediktinischen Netz, das geknüpft wird. Das Netz wird auf zwei Ebenen geknüpft. Es gibt ein Kern, der Kreis der Delegierten, und es gibt die Regionen, deren Vertreterinnen die Delegierten sind. Eine Weise, um das Knüpfen des Netzes an der Basis
zu fördern, geschieht durch einen Besuch der CIB Delegierten in einer der
Regionen. Dieses Mal war die CIB Konferenz zu Gast bei den Benediktinerinnen von
Region 7, in Polen. Auf vielfache Weise wurde die Begegnung mit der Region
gestaltet. Gerade diese Vielfalt hat sehr geholfen, dass für jeden das Richtige
da war und ein vielschichtiges Gewebe an Beziehungen entstehen konnte. Dann gibt es auch die Ebene der 24 Delegierten aus aller Welt. Auch hier muss das Netz weiter geknüpft werden. In diesem Jahr konnten leider fünf Regionen aus verschiedenen Gründen ihre Delegierten nicht schicken. Die Delegierte aus Region 19, Indien und Sri Lanka, war ganz neu in diesem Kreis und die Delegierte aus Region 4, Großbritannien und Irland, (bis diesem Sommer war sie stellvertretende Delegierte ihrer Region) war nur einmal bei einem Symposium dabei gewesen. Das Knüpfen des Netzes auf dieser Ebene bekommt seine Dynamik aus der Regelmäßigkeit der Treffen und die Kontinuität der Beteiligung. Anders als beim männlichen Gegenpart (die Präsides-Synode) gibt es bei den Frauen Delegierte aus Afrika, Asien und Australien. Durch sie werden Kulturen und Denkmodelle hineinbezogen, die den Blickwinkel der westlichen Welt überschreiten. Auch strukturell gibt es im Kreis der Benediktinerinnen eine viel größere Vielfalt an Ausdrucksformen des benediktinischen Charismas als bei den Männern. Die Integrationsfähigkeit der Frau ist hier angesprochen und angesagt. Es ist eine Sache des Wachstums und der Zeit. Um den Reichtum dieser Vielfalt zu integrieren, hat es sich gezeigt, daß neben Austausch über wichtige Fragen auch gemeinsam gelebte Tage von großem Wert sind. Es gibt ein Kern von Delegierten, die seit vielen
Jahren dabei sind. Durch ihre Beständigkeit wird es möglich, neue
Teilnehmerinnen zu integrieren. Die schwesterliche Atmosphäre, die über die
Jahre gewachsen ist, kann dann auch die Neuen einbeziehen und sie mittragen. In
dieser Atmosphäre bekommt das gemeinsame benediktinische Charisma klare
Konturen und das Wesentliche tritt immer mehr hervor. Hier ist eine gute
Werkstatt, um die Fragen unserer Klöster über den Auftrag der
Benediktinerinnen in einer sich wandelnden Welt gemeinsam anzugehen. Die jährliche
CIB-Konferenz ist ein Raum, wo das gemeinsame Hören auf den Geist Gottes eingeübt
wird und wo Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit wachsen können. Sr. Monica Lewis, Dinklage |