50 Jahre Benediktinerinnen in Steinfeld (Eifel)
Steinfeld feiert sein goldenes Jubiläum

Seit 50 Jahren gibt es in Steinfeld in der Eifel ein Benediktinerinnenkloster. Nach einer kurzen Übergangszeit in Hollerath (Eifel) siedelten unsere sechs Gründungsschwestern am 16. November 1954 über nach Steinfeld und begannen, am Fest der heiligen Gertrud in äußerst armseligen Verhältnissen das Gotteslob zu singen und das monastische Leben nach der Regel des heiligen Benedikt in voller Form auf sich zu nehmen.

Was hat sie gerade nach Steinfeld gezogen? Nicht zuletzt die Tatsache, daß Steinfeld ein geheiligter Ort ist, zuerst durch das Leben und Wirken des heiligen Hermann-Josef, der auch hier begraben liegt; sodann ausgezeichnet durch ein beharrliches klösterliches Leben, das sich etwa 1000 Jahre lang durchgehalten hat. Die alte Prämonstratenserabtei ist heute ein "geistliches Zentrum", von der Gemeinschaft der Salvatorianer getragen. Es liegt ein Segen über diesem "heiligen Berg", den wir oft spüren dürfen.

Unsere Gründungsschwestern kamen aus dem belgischen Priorat Notre-Dame in Ermeton-sur-Biert, Diözese Namur. Dieses Kloster war nach dem 1. Weltkrieg entstanden, gewachsen aus den Impulsen der liturgischen Bewegung in Brüssel und entscheidend geprägt von Dom Eugene Vandeur OSB, Mönch der Abtei Maredsous. Mehrere deutsche Frauen waren in Ermeton eingetreten und hatten den Wunsch, später in Deutschland zu gründen, um dieses Erleben einer neu begriffenen Liturgie der Kirche weiterzutragen. Erst nach dem 2. Weltkrieg konnte ihr Verlangen langsam seine Erfüllung finden. Nun sind es schon 50 Jahre, daß wir hier in Steinfeld leben. Am 8. Mai 1955 wurde unser Kloster als Priorat kanonisch errichtet; am 6. August 1972 erfolgte die Erhebung zur Abtei. Wir können uns nur staunend freuen und von ganzem Herzen danken, wenn wir die Geschehnisse dieser 50 Jahre noch einmal vor dem Angesicht Gottes "lesen".

"Groß bist DU und Wunder vollbringst DU: DU allein bist Gott" (Ps 85). Dieses Psalmwort stand über dem ersten Höhepunkt in unserem Jubiläumsjahr, über der Äbtissinnenweihe unserer Schwester Michaela Hohmann am 28. Januar 2005. Wir haben ihre Wahl am 19. November 2004 und danach die Weihe nicht als fast selbstverständliche Tatsache angesehen; vielmehr sind wir uns dessen wohl bewußt, wie sehr wir "in der Gnade Gottes" sind, die uns weiterhin Tag für Tag hält. Es ist ein Gehen in Zerbrechlichkeit, so wie es auch diese 50 Jahre hindurch gewesen ist. Unser Diözesanbischof Dr. Heinrich Mussinghoff (Aachen), der die Weihehandlung vollzog, schenkte uns Worte voller Ermutigung, im lobpreisenden Bekenntnis "Mitte und Maß des klösterlichen Lebens" zu sehen.

Der zweite Höhepunkt war dann der eigentliche Dankgottesdienst des Jubiläums am 10. Mai 2005, an unserem Kirchweihfest. Unsere begrenzten räumlichen Verhältnisse haben uns nicht wenig Kopfzerbrechen bereitet, wie wir es machen sollten, um den Vielen, denen wir uns verbunden wissen, die Teilnahme am Fest zu ermöglichen. Wir mußten die Zahl der Gäste aufteilen und in Etappen feiern: Am 28. Januar waren unsere Schwestern von Ermeton eingeladen und Äbte und Äbtissinnen aus einzelnen Klöstern im In- und Ausland. Am 10. Mai wollten vor allem die

Steinfelder Dorfbewohner mit uns feiern, dazu unsere Familienangehörigen und natürlich nochmals unsere Schwestern aus Ermeton. Und schließlich gab es am 2. Juli, unserem Patronatsfest, den "Tag der Freunde" mit all jenen treuen Weggefährten durch viele Jahre hindurch und mit den jungen Menschen, die wiederholt bei uns Einkehr halten. Am 10. Mai war es Weihbischof Karl Borsch und am 2. Juli Weihbischof Karl Reger, beide von Aachen, die mit uns den Dankgottesdienst feierten, wobei jeweils am Schluß Schwester Michaela in einer kurzen Ansprache etwas von der Schönheit des monastischen Lebens ins Wort brachte und den Festgästen zu vermitteln suchte: "Klösterliches Leben ist Berufung zur Freude Gottes!" Danach gab es in unserem Gästehaus Stunden froher Begegnung.

Eine kleine Ausstellung in Form von Plakatwänden zeigte die Geschichte unserer Gründung und eröffnete Einblicke in unser klösterliches Leben, wie es sich heute bei uns gestaltet. Auch eine Broschüre "Benediktinerinnenabtei Maria Heimsuchung Steinfeld / Eifel" war gerade rechtzeitig fertig geworden und erfreute die Gäste. Mit der Vesper am späten Nachmittag fand das Fest jeweils seinen äußeren Abschluß und ging über in eine stille Dankbarkeit.

Sr. Maria Russ, Steinfeld