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15.
Tagung der Arbeitsgemeinschaft Benediktineroblaten Mehr
als 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 30 Klöstern versammelten sich vom 17.
bis 20. Mai in der Erzabtei St. Ottilien zur Tagung der Arbeitsgemeinschaft
Benediktineroblaten. Wie alle zwei Jahre waren die für die Oblatenarbeit
verantwortlichen Brüder und Schwestern zusammen mit Vertreterinnen und
Vertretern ihrer jeweiligen Gemeinschaften angereist. Gleich
am Eröffnungsabend am Dienstag bot sich eine gute Gelegenheit zum Kennenlernen
und zur Begegnung: Die Oblaten von St. Ottilien hatten im Hinblick auf diese 15.
Tagung eine Ausstellung "Oblaten des Heiligen Benedikt auf dem Weg durch
die Zeit" vorbereitet, in der die Geschichte der AG von den Anfängen bis
zur Gegenwart eindrucksvoll vor Augen gestellt wurde. Bei der Eröffnung in der
Galerie des Klosterladens brachten die Schautafeln und Austellungsvitrinen mit
ihren interessanten Exponaten und das Kalte Buffett die vertretenen
Oblatengemeischaften in lebendigen Kontakt. Der
Mittwoch war geprägt durch die Arbeit zum Thema "Ducantur ad orationem -
Die Psalmen als Weg zur Gottesbegenung". Frau
Professor Gunda Schneider (Leipzig) sprach am Vormittag unter dem Leitgedanken
"Leben in Gottes Geschichte. Psalmen als Gebete des christlichen
Glaubens" sehr eindrücklich über ihre persönlichen Erfahrungen mit den
Psalmen. Zugleich bot sie eine systematische Darlegung, in der diese biblischen
Lieder als eine Zusammenfassung des ganzen menschlichen Lebens im Licht Gottes
verständlich wurden. Am
Nachmittag referierte Abt Anno Schoenen (Maria Laach) zum "Umgang mit den
Psalmen nach der Benediktsregel".2 Seine Beobachtungen zur
Psalmenverteilung in der RB und zu den Hinweisen und Mahnungen Benedikts zum
Psalmgesang regten an, die eigene Gebetspraxis neu zu überdenken. Dafür war
nach beiden Vorträgen Gelegenheit in Gruppenarbeiten, bei denen die
Teilnehmenden die Möglichkeit zum Austausch über ihre persönlichen
Erfahrungen mit den Psalmen intensiv nutzten. Am
Vormittag des Donnerstags fand die Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft
statt. Nach der Eröffnung und dem Bericht des Vorsitzenden, Abt Albert Altenähr
(Kornelimünster), wurden auf eigenen Antrag er selbst, die langjährige
Schatzmeisterin und der gesamte Vorstand von ihren Aufgaben
entlastet. Die AG dankte Abt Albert und dem gesamten Vorstand für ihre mit viel
Einsatz geleistete Arbeit. Als Vorsitzender der AG hat Abt Albert in den
vergangenen vier Jahren viel dafür getan, für die Lebensform als
Benediktineroblate bzw. -oblatin Interesse zu wecken und ihre Bedeutung für die
klösterlichen Gemeinschaften mehr ins Bewußtsein zu heben. Zum
neugewählten Vorstand gehören neben dem Vorsitzenden weitere drei Vertreter der Oblatenrektoren und
-rektorinnen und drei Vertreter der Oblaten und Oblatinnen. Beide Gruppen im Vorstand werden außerdem
durch jeweils zwei nicht stimmberechtigte Mitglieder verstärkt, die im Fall des
Ausscheidens eines regulären Mitglieds aufrücken. Abwechslung
und Erholung vom Wahlprocedere standen am Nachmittag mit der Fahrt zur Abtei
Ottobeuren auf dem Programm. Zunächst wurde die Aufmerksamkeit der Besucher mit
einer Führung durch Kirche und Stiftsmuseum gefesselt. Dabei kamen interessante
Details zur Sprache, die den fast umwerfenden Eindruck der barocken Pracht in
"normale" Relationen setzte. Die in der Weite des lichtdurchfluteten
Kirchenraums mit der Möchsgemeinschaft gesungene Vesper war ein Erlebnis
besonderer Art. Im
Lauf der Tage wurden auch noch einige praktische Themen vorgestellt und
besprochen: Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Ersten Internationalen
Oblatenkongresses (19.-25. September in Rom) trafen sich zu einer
Informationsrunde. Eine andere Gruppe interessierte sich für den Entwurf der
zentralen Homepage der Benediktineroblaten im deutschen Sprachraum, der zur
Ansicht vorgelegt wurde. Am Ende der Tagung kam die Redaktionsgruppe für den
Essay-Band zusammen, der seit zwei Jahren in sorgfältiger Arbeit vorbereitet
wird. Es
bleibt zu wünschen, daß die Anregungen und Begegnungen in St. Ottilien in
ihrer Vielfalt und Intensität in unseren Oblatengemeinschaften und Konventen
belebend und vertiefend wirken werden. Sr. Ruth Lazar, Alexanderdorf |