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Generalkapitel
der Kongregation von der Verkündigung Die
Kongregation von der Verkündigung entstand 1920, als sich die Abteien Maredsous
und Keizersberg (Löwen) von der Beuroner Kongregation trennten. Die Gründe dafür
gehören in den Zusammenhang der Folgen des Ersten Weltkrieges. Als drittes
Kloster kam Sint Andries Zevenkerken (Brügge) hinzu. Der Gründer, Gerardus van
Caloen, war zwar ein Mönch von Maredsous, aber das Kloster war wegen der Tätigkeit
in Übersee Mitglied der Brasilianischen Kongregation gewesen. Diese Klöster
bildeten zwar eine Belgische Kongregation, aber durch die missionarische Tätigkeit
kam es zu Gründungen, die der Kongregation einen internationalen Charakter
verliehen: Irland, Afrika, Indien, China, Polen. Weitere Klöster schlossen sich
an: Portugal, Trinidad. Für das geistliche Leben der Gemeinschaften behielt die
Herkunft aus der Beuroner Kongregation einen wesentlichen Einfluß, allerdings
in Verbindung mit einer missionarischen Ausrichtung, die sich in der Seelsorge
oder in der Führung von Schulen oder Gästehäusern verdichtete. Ursprünglich
lautete der Titel der Kongregation "Belgische Kongregation der Mönche des
hl. Benedikt unter dem Titel der Verkündigung der Seligen Jungfrau Maria".
Im Jahr 1967 änderte das Generalkapitel den Namen, um den internationalen
Charakter zu berücksichtigen und die Änderung der Bezeichnung des
Patronatsfestes am 25. März durch die Liturgiereform aufzunehmen: Congregatio
Annuntiationis - "Kongregation von der Verkündigung". Der Titel soll
auch etwas von der missionarischen Ausrichtung der Klöster zum Ausdruck
bringen. Im deutschen Sprachraum gehört die Abtei St. Matthias in Trier seit
1980 zu dieser Kongregation und die Huysburg als Gründung von Tyniec seit 1972.
Als Frauenklöster sind Mitglied die Abtei Maredret/Belgien und das Priorat
Sovu/Ruanda. 24 Frauenklöster sind affiliiert. Im ganzen gehören 17 selbständige
und 12 abhängige Männerklöster zur Kongregation mit 614 Mönchen. Das
diesjährige Generalkapitel behandelte die üblichen Änderungsanträge zu den
Konstitutionen und entschied über den Status verschiedener Klöster. Im
wesentlichen diente es jedoch einem vertieften Gedankenaustausch zur Zukunft der
Klöster und der Kongregation. Die Themen, von denen man ausging waren: die
Alterspyramide, die Ausbildung und die Solidarität der Klöster miteinander.
Die Diskussion nahm dann aber einen anderen Verlauf, als es vorauszusehen war.
Die Teilnehmer sprachen über die Situation des monastischen Lebens heute
angesichts der Herausforderungen der modernen Gesellschaft, - über die
Verantwortung der Mönche, Menschen von heute zu dieser Art des Lebens in der
Nachfolge Jesu einzuladen. Ein weiteres Thema war die Beziehung zu den Frauenklöstern
und die Zusammenarbeit mit ihnen. Schließlich wurden auch Fragen der Struktur
der Kongregation und Methoden der Leitung angesprochen. Ein
Thema wurde zwar immer wieder berührt, aber nicht eigentlich behandelt: die
fortdauernde Klerikalisierung des monastischen Lebens. Es war aber nicht zu übersehen,
daß dieses Thema auf die Gemeinschaften zukommt, wenn sie sich auf ihren
eigentlichen Auftrag im Leben der Kirche sich besinnen wollen. Zum
neuen Präses der Kongregation wurde Abt Ansgar Schmidt von St. Matthias in
Trier gewählt. Ferner
ist bemerkenswert, daß die Abtei Egmond in Holland in die Kongregation
aufgenommen wurde. Die Klöster der holländischen Kongregation haben nämlich
beschlossen, ihren Status als Kongregation zu beenden. Ohne
Frage bieten die Klöster dieser Kongregation ein buntes Bild, so daß man schon
mal von einer "Regenbogen-Kongregation" gesprochen hat. Doch gibt es
außer der Herkunft aus der beuronischen Reformbewegung noch manche andere
Gemeinsamkeiten: z. B. eine durchweg sehr bewegte Geschichte mit erstaunlicher
Überlebensfähigkeit; Bereitschaft, neue theologische Sichtweisen aufzunehmen;
Bildung von großen Freundeskreisen und vielfältige Zusammenarbeit mit Laien.
Wenn Klöster untereinander in Kontakt treten, kann dies also eine ermutigende
Anregung bedeuten. Es ist dies aber nicht so einfach wie bei einer regionalen
Kongregation. Auf dem Gebiet gegenseitiger Hilfe, die heutzutage so wichtig ist,
ist eine regionale Kongregation sicher im Vorteil. P.
Athanasius Polag, Huysburg |